© Clap/von Spreti
Blasberg!

Von Rüttgers bis zur Konkurrenz: Blasberg ekelt's

von Uwe Mantel
24.02.2010 - 10:34 Uhr

Tools

Social Networks

 

Kai Blasberg hat der Weltekel gepackt: Von Rüttgers über Käßmann, Westerwelle und den DFB bis zu Fernsehsendern, die ohne eigenes Management starten. In seiner Kolumne rechnet er mit ihnen ab und fordert: "Tretet ab."

Ich schreibe heute aus Schmerz. Oder besser: Weltekel.

Und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Am besten bei Jürgen Rüttgers.

Dass der nicht wusste, dass seine Leute ihn verkaufen, ist so wahrscheinlich, wie dass es heterosexuelle Priester in der katholischen Kirche gibt. 

Die von der anderen Fakultät säuft sich einen an, fährt strandhaubitzenvoll durch Hannover, überfährt eine rote Ampel und lässt verlauten, dass sie sich dem Rechtsstaat stellen will. Wow.

Hut ab, Frau Käßmann*.

Westerwelle, der schrille Junggeselle aus Bonn, in fataler Verkennung seiner Bedeutung und seines komplett unverdienten Amtes, beschimpft pauschal den unteren Rand der Gesellschaft, um sich mit Vertretern dieser von ihm als dekadent bezeichneten Welt via BILD zu treffen und nochmals Nasenringe zu verteilen; seine Vorgesetzte schweigt wie immer zu allem, wo es nichts zu gewinnen gibt (s.a. DER SPIEGEL dieser Woche „Herr Schrill und Frau Still“).

Unterdessen jubeln wir der süßen Evi Sachenbacher ob ihres unverhofften Goldes zu und vergessen, dass es dieselbe war, die bei den letzten olympischen Spielen wegen eines Dopingverstoßes schlicht nicht starten durfte.

Im DFB schlafen sich Schiedsrichter in Positionen und die Beischläfer müssen zurücktreten, wo es doch seit Jahrhunderten in entwickelten Gesellschaften – meist für Frauen - Usus war und ist, sich seine Vorteile im Ranking des Lebens derart zu erarbeiten. Sei es ein Adelstitel, den man nach einer absehbaren Scheidung nicht mehr ablegt, sei es der Multimillionär, der sich schmückt und Sicherheit bietet oder eine Weltreligion, in die man sich – aus der Mitte des Volkes stammend – nicht zum eigenen Schaden hineinmanövriert.. Und wir aus dem Fernsehen kennen doch alle die Geschichten von Mädchen, die Moderationskarten und Managern, die Mädchen halten wollen.

Zurückgetreten ist von denen nie einer.

Fernsehsender werden gegründet und niemand ist überrascht, dass man dies einfach mal komplett ohne Management tut, weil man ja für andere Sender schon Management hat, wonach sich also herausstellt, dass dies Management bisher Halbtagstätigkeiten nachging.

Nee, Leute. So geht das nicht. Das ist alles großer Unsinn. Das stimmt vorne und hinten nicht mehr. 

Ich muss Euch sagen: wir sind Elite. 

Elite versagt nicht. Elite leitet, Elite führt, Elite ist Vorbild und kann es besser.

 

Ihr – Genannte und Ungenannte - erregt Ekel. Ihr gebt auf. Ihr lasst es laufen. Ihr macht es kaputt.

Tretet ab. Lasst andere ran. Ihr könnte es nicht.

Ohne Dur und Moll

Kai Blasberg

 

* inzwischen zurückgetreten

Kommentare zum Artikel

DWDL.de-Kolumnen

Montags: Aktuelles aus dem Milliardengeschäft Sport - präsentiert von Eurosport » zum Sports-Update Dienstags: Die Gesprächs-themen der Woche aus NYC » zum NYC Point Of View Mittwochs: News aus dem britischen Fernsehmarkt - präsentiert von ITV STUDIOS Germany » zum UK-Update Donnerstags: Die aktuellen Radio-Meldungen präsentiert von der WDR mediagroup. » zum Radio-Update Freitags: Die wichtigsten News & Quoten aus den USA - präsentiert von AXN. » zum US-Update

DWDL.de Infobörse