Logo der Verlagsgruppe MilchstraßeDie am Dienstag bekanntgegebene Kooperation zwischen der Verlagsgruppe Milchstraße und der Deutschen Post, sorgt beim Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) wenig überraschend für wenig Freude. Milchstraße wird ab Februar das Gratisblatt "Einkauf aktuell", das mitsamt etlichen Prospekten an über 17 Millionen Haushalte verteilt wird, für die Post erstellen.

"Mit dieser neuen Eskalationsstufe setzt die Deutsche Post AG ihren Angriff auf die regionalen und lokalen Werbemärkte fort", so BVDA-Geschäftsführer Heiner Urhausen. Er sprach von "Attacken eines der finanzstärksten Konzerne, die unter maßgeblichem Staatseinfluss stehen" auf die privatwirtschaftliche Presse, die eh schon unter der schwachen Werbekonjunktur zu leiden habe. Urhausen forderte nun die Politik zum Handeln auf.

Besonders sauer stößt dem BVDA auf, dass die Kooperation wenige Tage nach der erstinstanzlichen Niederlage des BVDA vor dem Landgericht Hamburg bekanntgegeben wurde. In dem Verfahren geht es um die Frage, ob es mit dem verfassungsrechtlichen Verbot von Staatszeitungen vereinbar sei, wenn die DPAG als halbstaatliches Unternehmen "Einkauf Aktuell" in Form einer Gratis-TV-Illustrierten herausgibt. Laut BVDA habe die Post dort vorgetragen, eine Ausweitung des redaktionellen Teils sei zurückgenommen worden. Doch nun soll Milchstraße das Heft auch inhaltlich weiterentwickeln.