Frank SyréDer Holtzbrinck-Verlag stellt das Nachrichtenportal "Zoomer.de", das Anfang 2008 an den Start ging, Ende Februar ein. Seitens des Verlags heißt es, dass der zunehmende Druck auf den Anzeigenmärkten die ökonomischen Erfolge des Projekts auf absehbare Zeit in Frage stellen würde. Erst vor zwei Wochen wurde bekannt, dass "Zoomer.de"-Chefredakteur Frank Syré (Bild) das Unternehmen Ende Februar verlässt.

Derzeit findet im Hause Holtzbrinck ein Umbau der Internet-Angebote statt. Die Online-Publikationen "Zeit.de", "tagesspiegel.de" sollen unter einem gemeinsamen Dach bei Zeit Digital unter der Leitung von "Zeit.de"-Chef Wolfgang Blau zusammengeführt werden. Ursprünglich war geplant, auch "Zoomer.de" in die neue Struktur zu überführen.
 

 
"Zoomer.de" wurde als Nachrichtenangebot für eine vornehmlich junge Zielgruppe mit einem ambitionierten redaktionellen Konzept etabliert. Das Angebot arbeitet mit opulenten Optiken und verzichtet auf die klassische detaillierte Ressortteilung. Statt dessen sind die Nutzer stark in das Geschehen eingebunden. Die Gewichtung der Themen erfolgt nach der Beurteilung durch die Leser. Erst vor wenigen Monaten wurde "Zoomer.de" einem Relaunch unterzogen.

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In einem Interview mit dem Branchendienst "kress.de" sagte Peter Neumann, Geschäftsführer Zeit Digital und Leiter New Media Content bei Holtzbrinck: "In guten oder auch nur normalen Zeiten hätte das Portal länger Zeit bekommen, sich zu bewähren. So war es ja auch geplant. Aber es sind eben keine normalen Zeiten".
 
Das Aus von "Zoomer.de" müsse auch als eine Unternehmenpolitik verstanden werden, "die sich auf Kernmarken und absolut Unverzichtbares konzentriert und Experimente, mögen sie auch noch so interessant und gut gelungen sein, nicht weiter führen kann", so Neumann gegenüber "kress.de".

Die geplanten Umbau-Maßnahmen bei den Internet-Angeboten der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und der Abschied von Frank Syré jedoch seien nicht der Auslöser für das Aus von "Zoomer.de" gewesen, erklärt der Manager. "Der Plan war, mit einer kleineren Mannschaft und geringeren Kosten, dafür aber mit einer starken Zeit Online-Redaktion im Rücken über die schwierige Zeit hinweg zu kommen. Die Entwicklungen, die wir aber jetzt für 2009 sehen, machen selbst das unmöglich. Da muss der Verlag einfach reagieren", so Neumann.
 
Nach wie vor glaubt Neumann jedoch an das Konzept hinter "Zoomer.de". "'Zoomer.de' ist immer noch eine gute Idee und wurde mit viel Engagement und Herzblut umgesetzt, ist aber leider in der falschen Zeit gestartet", so Neumann. Chefredakteur Syré bringt die schlechte Nachricht unterdessen den Lesern von "Zoomer.de" bei. Dort ist der Artikel zum Ende von Zoomer aktuell Topthema.
 
Unter anderem schreibt Syré: "Wir haben etwas bewegt. Wir haben gewagt, wovor andere zurückgescheut sind. Und wir haben es gut gemacht. Das ist keine überzogene Selbstbeweihräucherung zur Beerdigung, sondern das, was wir von Euch Usern, von Kollegen und Kritikern gehört haben. Das mutige Konzept, Euch Leser viel direkter mit einzubeziehen, hat funktioniert. Leider fehlte uns die Zeit, um die nötige wirtschaftliche Stabilität zu erreichen."