"Unsere 'heute'-Nachrichten am Vormittag müssen schneller reagieren können", erklärte ZDF-Chefredakteur Peter Frey vor gut einem Jahr und kündigte damals an, die Nachrichten-Kooperation mit der ARD zwischen "Morgenmagazin" und "Mittagsmagazin" beenden zu wollen. In Wochen, in denen die ARD vormittags für die Nachrichten verantwortlich war, sei man nur eingeschränkt in der Lage gewesen, aktuell zu berichten. Und so senden ARD und ZDF montags bis freitags inzwischen um 9:00 Uhr und 12:00 Uhr jeweils eigene Nachrichten. Ganz unabhängig davon, wer gerade mit der Produktion von "Moma" und "Mima" verantwortlich ist.
Eine Entscheidung, mit der die Mainzer offenbar auch die ARD überraschten - zumal das ZDF im Zuge dessen unter anderem seine Mittags-Nachrichten um fünf Minuten kürzte. Für die Kollegen der "Tagesschau" kam das nicht in Frage. "Eine Kürzung des Informationsangebots am Vormittag - wie vom ZDF geplant - passt nicht in unsere Strategie, die Information im Ersten weiter zu stärken", ließ die ARD-Vorsitzende Monika Piel vor einem Jahr mitteilen und erklärte, dass man "zunächst befristet" auch in den ZDF-Sendewochen auf eigene Nachrichten setzen wird. Man werde "in der gewohnten Länge" berichten, was auch "im Sinne der Zuschauer" sei, wie Piel betonte.
Damals hieß es, der Test sei auf ein Jahr begrenzt. Doch mit Blick auf das bereits vorliegende Januar-Programm scheint eine Rückkehr zur Nachrichten-Kooperation erst mal nicht geplant zu sein. "Da das ZDF nach wie vor nicht signalisiert hat, zum alten Zustand zurückkehren zu wollen, halten wir an unserer vor einem Jahr getroffenen Entscheidung fest", teilte die ARD-Programmdirektion nun gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de mit und ergänzte: "Für Das Erste kommt eine Kürzung der Nachrichtenzeit am Vormittag auch weiterhin nicht in Frage." Will heißen: Auch 2013 geht's vermutlich erst mal mit getrennten Nachrichten in den Vormittagsstunden weiter.
ZDF-Chefredakteur Peter Frey wollte sich zunächst nicht äußern. Stattdessen wolle man vor einem Fazit noch die laufende Woche abwarten. Angesichts eines nachrichtenarmen Jahres dürfte sich das Ende der Kooperation durch kurzfristig ins Programm genommene Sondersendungen allerdings 2012 in Grenzen gehalten haben. Aus Sicht der Zuschauerzahlen ist die Lage zumindest eindeutig: Die 12-Uhr-Ausgabe der "heute"-Sendung profitiert vom starken Vorlauf durch die Krimi-Wiederholungen und liegt daher vor der parallel laufenden "Tagesschau". Um 9 Uhr setzt sich die "Tagesschau" im direkten Duell meist durch, was nicht zuletzt daran liegt, dass deutlich mehr Zuschauer das zuvor gezeigte "Morgenmagazin" im Ersten sehen als im ZDF.
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