Road to the Emmys

Von "True Blood" bis "Fringe": Die Verschmähten

von Uwe Mantel
28.07.2011 - 14:50 Uhr

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In weniger als zwei Monaten werden in Los Angeles die Primetime Emmy Awards verliehen. DWDL.de wirft wöchentlich einen Blick auf die Nominierten, die Vorbereitungen und zum Start auf die, die mehr oder wenig überraschend leer ausgingen bei den Nominierungen.

Emmy Statue
© AoTA&S
Als vor zwei Wochen die Nominierungen für die diesjährigen Primetime Emmy Awards bekannt gegeben wurden, da fiel der erste Blick natürlich auf die Formate und Personen, die sich in diesem Jahr auch Hoffnung auf eine der begehrten Auszeichnungen machen konnten. Doch gleich danach begann wie in jedem Jahr die intensive Diskussion darüber, wer eigentlich auf diese Liste gehört hätte und mal wieder verschmäht wurde. "Emmy-Snubs" heißt das Stichwort - die Brüskierten. Bevor wir uns in den kommenden Wochen den Nominierten widmen, erst einmal also ein Blick auf die, die getröstet werden wollen.

Wer sich berechtigt oder auch unberechtigt auf dieser Liste der Verschmähten befindet, liegt natürlich zum großen Teil im Auge des Betrachters. Aber dass die Academy sich auch dieses Mal wieder als etwas schwerfällig erwies, ist kaum von der Hand zu weisen. Ein Format, das einmal die Herzen der Academy-Mitglieder gewonnen hat, besitzt fast ein Dauer-Abo auf die Emmys, was letztlich den Platz für neue und innovative Formate blockiert. Solch typische Verdächtige sind etwa "Mad Men" oder "30 Rock".

13 Nominierungen gab es in diesem Jahr für "30 Rock", darunter natürlich die Nominierung als Beste Comedyserie. Dass die fünfte Staffel doch so manchen Durchhänger hatte, störte dabei nicht. Nicht wenige hätten hier beispielsweise  eher der sehenswerten NBC-Sitcom "Community" die Ehre gegönnt. Stattdessen finden sich Altbekannte wie "The Office" oder "The Big Bang Theory" hier wieder. Und "Glee", was bei Lichte betrachtet doch kaum mit diesen Sitcoms vergleichbar ist.

Jane Lynch / GleeDoch auch wenn "Glee" wieder als beste Comedy-Serie nominiert ist, herrscht auch für die FOX-Serie eher Ernüchterung vor. War es im vergangenen Jahr noch die meistnominierte Serie überhaupt, so musste man sich diesmal mit zwölf Nennungen anderen deutlich geschlagen geben. Überraschend vor allem: Keiner der Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller wurde nominiert, lediglich Jane Lynch und Chris Colfer als beste Nebendarsteller.

Noch größer die Überraschung bei "True Blood": Der HBO-Hit, der vergangenes Jahr noch als beste Drama-Serie nominiert war, wurde in diesem Jahr nicht nur in dieser Kategorie verschmäht, sondern auch in allen anderen wichtigen Rubriken. Sogar völlig ignoriert wurde die Serie "In Treatment" - und das trotz eines durchaus preiswürdigen Finales der dritten und letzten Staffel.

Dazu kommen natürlich noch Serien, die quasi grundsäztlich unter einem Emmy-Bann zu stehen scheinen. "Fringe" ist so ein Fall. Die Serie hat noch keinen einzigen Emmy gewonnen. Auch dass die dritte Staffel auf sehr positives Echo bei Kritikern gestoßen ist, wird daran nichts ändern: Die Serie ist gar nicht erst nominiert. Zumindest John Noble, der in der Serie Walter in gleich drei Ausführungen spielt, oder Olivia-Darstellerin Anna Torv waren durchaus Chancen auf eine Nominierung zugesprochen worden - vergeblich. Daneben gibt es noch viele andere Serien, deren Fehlen in den wichtigen Kategorien in vielen Kolumnen, Blog-Einträgen und Diskussionen immer wieder genannt werden. "Justified" etwa, "Sons of Anarchy" oder auch die in New Orleans spielende Serie "Treme".

Auch aus deutscher Sicht gab es bei den diesjährigen Emmy-Nominierungen übrigens eine kleine Überraschung. Nach drei Nominierungen in Folge ist Heidi Klum als Moderatorin von "Project Runway" diesmal leer ausgegangen in der Kategorie "Outstanding Host for a Reality Series". Gewonnen hat Heidi Klum allerdings auch schon in den vergangenen Jahren nicht. Seit 2008 setzte sich jedes Mal Jeff Probst von "Survivor" durch.

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