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DWDL.de-Interview

Schächter: Dokus sind ein Kerngenre - auch bei ZDFneo

von Thomas Lückerath
20.08.2009 - 13:36 Uhr

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Am Rande der Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag des Kölner Doku-Produzenten Gruppe 5, der im vergangenen Jahr mit "Die Deutschen" große Erfolge feierte, sprach DWDL.de mit ZDF-Intendant Markus Schächter über den gerade neu angekündigten Sender ZDFneo und das "Kerngenre" Dokumentation.

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F. Schätzing, M. Schächter und die Gruppe 5-Chefs Christel Fomm und Uwe KerskenHerr Schächter, helfen Dokumentationen, ein junges Publikum für die Öffentlich-Rechtlichen zu gewinnen oder verschreckt das vermeintliche Altherren-Fernsehen?

Im Gegenteil! Dokumentationen sind eine der Stärken des ZDF. Die Highlights des Genres zeigen wir regelmäßig im Schaufenster der Primetime. Das bauen wir weiter aus. Bei diesem Kerngenre des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind wir mit der Gruppe 5 und anderen Produzenten auf gutem Wege. Mit narrativen, inszenierten und aufwendig produzierten Formen können wir längst auch junge Zuschauerinnen und Zuschauer für komplexe Themen begeistern. Das ist eine Öffnung des Genres, die schon in den 80er Jahren begann als wir mit "Terra X" anfingen, selbst vermeintlich dröge Themen wie die Archäologie für ein großes Publikum interessant aufzubereiten - mit großem Erfolg.

Wobei sensationelle Quotenerfolge wie die der Reihe "Die Deutschen" ja eher Ausnahme als Regel sind...

Der Erfolg dieser Reihe lag jenseits aller Erwartungen, auch derer die wir an grundsätzlich populärere Formate wie Unterhaltungssendungen haben. Der Erfolg hat das Potential des Genres aber noch einmal deutlich unterstrichen. Insoweit ist es selbstverständlich, dass wir diese Reihe fortsetzen. Ausgestrahlt wird die zweite Staffel im Herbst nächsten Jahres, mit u.a. Friedrich II. und Karl Marx, historischen Persönlichkeiten, die auch geisteswissenschaftlich bedeutend für die Entwicklung unseres Landes waren.

Wieviel Risiko steckt im Genre Dokumentation? Gerade wenn es um aufwändigere Produktionen geht?

Die Super-Docs, etwa aus der Werkstatt der Gruppe 5, sind deutlich teurer als herkömmliche Dokumentationen. Hier reden wir von Budgets, die in die Nähe fiktionaler Produktionen kommen. Der Aufwand lohnt sich aber gleich doppelt. Zunächst für den Zuschauer, der die Mischung aus klassischer Dokumentation und narrativer Erzählform schätzt und nebenbei sein Wissen erweitert. Und dann sind diese herausragenden Dokumentation weltweit gefragt, so dass sich manche Super-Doc schon durch den internationalen Verkauf zu einem guten Teil finanzieren. 

Also ein lohnenswertes Geschäft...

Hier kommen in der Tat ein programm-konzeptionelles und ein ökonomisches Element erfolgreich zusammen. Das ZDF hat als der führende Dokumentationssender in Europa neben der BBC jährlich etwa 400 Dokumentationen im Programm. Mit diesen wertvollen Angeboten leisten wir einen wichtigen Beitrag dafür, dass mit öffentlich-rechtlicher Programmqualität Fernsehen auch in Zukunft das Leitmedium bleibt..

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