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DWDL.de-Interview
Online-Chef Büchs zum neuen RTL.de und Paid Content
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Wenn man eine deutsche Sender-Website wie RTL.de mit den Auftritten amerikanischer Networks vergleicht, dann gibt es dort große Unterschiede. In den USA werden eher die großen Sendungs-Marken großflächig in den Vordergrund gestellt...
Die US-Sender haben sich andere Ziele gesetzt, da sich dort der Markt ganz anders entwickelt hat. Dort haben sich die Sender online vom Thema „News“ komplett verabschiedet und anderen das Feld überlassen. Was man heute auf amerikanischen Websites findet, entspricht auf RTL.de übertragen eigentlich unserem Video-on-Demand Angebot RTLNOW.de. RTL.de bietet da als komplettes General Interest Angebot deutlich mehr über die reine Sendebegleitung hinaus.
Wenn der RTL.de-Relaunch nun erfolgreich über die Bühne gebracht ist: Welches sind die nächsten Projekte, die RTL interactive angeht?
Zunächst ist es wichtig, den RTL.de-Relaunch in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Wir haben vor rund zwei Jahren begonnen, alle Portale die von RTL interactive betrieben werden, wozu auch Seiten wie sport.de oder vip.de gehören, wieder zu integrieren und auf eine gemeinsame technische Basis zu stellen. Gerade in diesem Jahr – immerhin einem Krisenjahr – haben wir jeden Monat eines unsere Angebote einem Relaunch unterzogen oder neu gestartet. Erst als alle „Beiboote“ modernisiert waren, war nun RTL.de als Zentrum des Ganzen an der Reihe. Auf dieser starken „Homebase“ können wir nun aufbauen und neue Geschäftsfelder wie Paid Content oder die Syndizierung von Inhalten auf Dritt-Seiten angehen.
Im Bereich Paid Content bieten sie derzeit schon auf „RTL NOW“ neben den werbefinazierten kostenlosen 7-day-catch-up Angeboten vor allem Sendungen, die älter als sieben Tage oder vor Ausstrahlung im TV abrufbar sind, zum kostenpflichtigen Abruf an. Wie zufrieden sind sie damit? Und für welche Inhalte wäre der Nutzer noch bereit, zu zahlen?
Wir sind zufrieden mit unseren Paid-Content-Umsätzen und generieren damit schon einen bedeutenden Betrag für das Online-Geschäft. Wie man das Paid-Content-Geschäft ausbauen kann, muss man sehen. Wir und auch die gesamte Branche wird da viel experimentieren müssen. Was letztendlich erfolgreich sein wird, weiß ich noch nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es eher eine Vielzahl kleiner, spitzer Angebote für spezielle Zielgruppen sein werden, die funktionieren.
Die Verlage setzen in Sachen Paid Content derzeit vor allem auf den Mobile-Bereich. Experimentiert auch RTL in dieser Richtung?
Schon heute sind wir mit kostenlosen Apps sehr erfolgreich, etwa mit unserer iPhone-App zur Formel 1, über die unter anderem Live-Streams möglich sind oder mit der App zum „Supertalent“, die erstmals eine integrierte Voting-Funktion hat. In Kürze bringen wir beispielsweise eine „Wer wird Millionär“-App auf den Markt, die sowohl einen abgespeckten Free- als auch einen Pay-Bereich umfasst, der mehr Funktionen bietet.
Sie sprachen auch davon, RTL-Inhalte auf fremden Seiten zu zeigen. RTL-Chefin Schäferkordt äußerte sich da bislang immer recht vorsichtig. „RTL muss als Absender erkennbar bleiben“, war die ausgegebene Devise.
Das bleibt auch weiterhin so. Wenn wir unsere Inhalte anbieten, dann müssen diese auch von uns vermarktet werden und es muss auch RTL drauf stehen.
Herr Büchs, vielen Dank für das Gespräch.




25.11.2009 - 13:19 Uhr
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