Ulrich Meyer © ProSiebenSat.1 Media AG
DWDL.de-Interview

Meyer: Goldgräberbranche wird Tellerwäscherindustrie

von Jochen Voß
04.01.2010 - 19:49 Uhr

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Seit 15 Jahren läuft die "Akte" bei Sat.1. Zum Jubiläum sprach Moderator und Produzent Ulrich Meyer im DWDL.de-Interview über die erfolgreiche Kursänderung des Formats, Zukunftspläne im Internet und den Start des Kollegen Kerner.

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Ulrich MeyerHerr Meyer, Ihre Sendung „Akte“ wird in diesen Tagen 15 Jahre alt. Nach schwierigeren Zeiten konnte die Reichweite im vergangenen Jahr deutlich gesteigert werden. Lässt sich das fortsetzen? Wie geht es weiter mit dem Format?

Wir heißen in diesem Jahr "Akte 20.10" und werden eine neue Deko bekommen, die uns der Sender spendiert hat. Im Computer sieht die richtig klasse aus. Ich hoffe, dass die Umsetzung genauso gut rüberkommt. Außerdem werden wir versuchen, ein paar modernere Kommunikationsformen in die Sendung mit einzubinden, mit deren Hilfe man sich an die Redaktion wenden kann. Was sich nicht verändern wird: Wir machen nach wie vor ein spannendes Programm, das eine Stunde Lebenszeit absolut wert ist. Mit einem Marktanteil von bis zu 16 Prozent in der Zielgruppe ist das vergangene Jahr ohne Frage großartig gelaufen. Schön zu sehen, dass in so einem alten Format noch so viel Leben drinsteckt.
 

 
Was lief im vergangenen Jahr denn besser als in den Jahren zuvor?

Es kommt eine Reihe von Gründen zusammen. Die wichtigsten: Die Änderung unseres Claims von "Reporter decken auf" in "Reporter kämpfen für Sie" vor gut zwei Jahren  hat der Zuschauer mittlerweile vollkommen angenommen, er spürt, wie nah wir an seinen Problemen dran sind. Zweitens hat sich die Welt da draußen durch die Finanzkrise und ihre Folgen verändert, es gibt ein großes Bedürfnis nach Hilfe. Zum Dritten verbreiten sich technische Weiterentwicklungen von Dingen wie Telefon-Dialern immer schneller in den Alltag und überfordern die Verbraucher. Aber auch einige Experimente anderer TV-Sender, die nicht zu hundert Prozent hingehauen haben, haben uns genützt. Geholfen hat uns ganz sicher die größere Zahl von Erstausstrahlungen von TV-Movies vor unserer Sendung.

Sie sprechen die Probleme der Konkurrenz an. Welche meinen Sie konkret?

Im vergangenen Jahr konnten wir zeitweise eine leichte Schwäche bei der Konkurrenz feststellen. Wichtig ist für uns immer, wie andere journalistische Formate auf unserem Sendeplatz laufen. Wenn die Mitbewerber eine leichte Delle erleben, ist das für uns ein schneller Vorteil. Umgekehrt leidet ein etabliertes Programm wie unseres rasch unter Event-Programmen wie Dschungelcamp oder Fußball. Die Zuschauerschaft spart sich dann die Akte, denn die kommt in der Folgewoche ja ganz sicher wieder.

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