Thomas D © NDR/ProSieben/Willi Weber
Zwischenbilanz zu "Unser Star für Baku"

Thomas D: "Wir sind keine Jahrmarktschreier"

von Alexander Krei
25.01.2012 - 08:00 Uhr

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Seit zwei Wochen sucht Thomas D gemeinsam mit Stefan Raab einen "Star für Baku" - doch das neu eingeführte Blitz-Voting sorgt für geteilte Meinungen. Im DWDL.de-Interview zieht Thomas D Bilanz und spricht über Konzept, Kritik und Konkurrenz...

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Thomas D, wie fühlt es sich eigentlich an, die Macht über die Zuschauer zu haben? 

Die Macht eines Präsidenten wird gerne mal überbewertet. (lacht) Ich kann meine Meinung kundtun und die Zuschauer inspirieren – allerdings wird die Meinung längst nicht immer geteilt, sodass ich am Ende gemeinsam mit den Kandidaten der Gunst des Publikums ausgeliefert bin. 

Nach den ersten beiden „Unser Star für Baku“-Sendungen wird in der Presse und im Netz über die neue Blitztabelle diskutiert. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Wir haben mit der Blitztabelle ein Element in der Show, das uns nicht nur von anderen absetzt, sondern das auch die Spannung deutlich verstärkt. Wir machen nun die Erfahrung, dass ein Kandidat, der gerade singt, langsam nach oben wandert. Nach etwa fünf Auftritten wird es richtig spannend, weil sich für den nächsten zeigt, ob er es schaffen kann, die anderen zu verdrängen. Außerdem war im Vorfeld längst nicht klar, ob es tatsächlich bis zur letzten Minute spannend bleibt – aber weil sich durch dieses offene Voting automatisch engere Plätze ergeben, ist die Spannung wirklich bis zum Schluss gegeben. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse.

 

Als Grundlage dient allerdings das sogenannte „Sympathie-Voting“? Kann man denn ernsthaft nach zwei oder drei Sätzen sagen, wer am sympathischsten ist?

Wir nennen es zwar Sympathie-Voting, aber eigentlich geht es ausschließlich um die notwendige Startaufstellung. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn ein Kandidat als Zehnter bewertet wird, weil das wirklich noch nichts über seine Gesangskünste und seine Qualität als Künstler aussagt. Jeder kann es danach immer auf den ersten Platz schaffen, wenn er eine tolle Leistung hinlegt. Dieses Sympathie-Voting erzeugt eine gewisse Vor-Spannung, hat für mich persönlich in der Bewertung der Leistung allerdings keinerlei Bedeutung.

Gehen Sie nach den Erfahrungen der ersten beiden Sendungen nun eigentlich anders in die Show?

Wir als Juroren lernen natürlich auch dazu. Wir sind zwar nicht ausschließlich das Zünglein an der Waage, aber die Gefahr ist groß, dass vermeintlich sichere Kandidaten von uns und den Zuschauern übersehen werden. Das Pushen der hinten liegenden Kandidaten führt dazu, dass die sicher geglaubten Kandidaten plötzlich nach unten rutschen...

… so wie man es etwa in der ersten Sendung bei Roman gesehen hat.

Genau. Er fiel plötzlich auf Platz vier und fünf und drohte, komplett rauszufallen – eine Katastrophe!

Ein häufig genannter Kritikpunkt sind die Telefonkosten. Verführt die ständige Einblendung der Zwischenstände nicht dazu, noch häufiger anzurufen?

Die Erfahrung der ersten beiden Shows hat gezeigt, dass die Leute nicht mehr anrufen, sondern gezielter. Es wird vor allem während des Auftritts und am Schluss angerufen, wenn Kandidaten drohen, aus den Top 5 herauszufallen. Aber wenn ein Favorit oben steht, wird tendenziell deutlich seltener angerufen – letztlich hat sich also vor allem das Anrufverhalten geändert. Man darf allerdings nicht vergessen, dass auch in anderen Castingshows die Aufrufe zum Voting mehrfach wiederholt werden. Wir sehen dort nur nie, wo derjenige steht, für den man eigentlich anruft.

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