Frank Beckmann © NDR/Christian Spielmann
NDR-Fernsehdirektor Frank Beckmann im Gespräch

Beckmann: "Wir machen uns das Leben selbst schwer"

von Alexander Krei
16.02.2016 - 09:55 Uhr

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Er ist verantwortlich für das NDR Fernsehen und den Vorabend im Ersten: Im DWDL.de-Interview spricht Frank Beckmann über Prioritäten, sein neues Luxusproblem in der einstigen "Todeszone" und ein neues Show-Projekt mit Kai Pflaume.

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Herr Beckmann, was wäre der NDR eigentlich ohne Kai Pflaume?

Wir wissen, dass wir mit Kai Pflaume einen wirklich herausragenden Moderator verpflichten konnten. Was wir an ihm besonders schätzen, ist seine Vielseitigkeit, denn er macht nicht nur Unterhaltungssendungen wie Quiz- und Gameshows, sondern auch Dokumentationen und viele Formate, die von seiner Persönlichkeit leben. Diese Bandbreite kenne ich eigentlich nur von Kai Pflaume – und das tut unserem Programm äußerst gut. Aber wir haben natürlich noch weitere wichtige Kollegen. Nehmen Sie Alexander Bommes, der seine Sache nicht nur am Vorabend hervorragend macht. Oder Jörg Pilawa, der mit dem "Quizduell" die Grundlage geschaffen hat für die Erfolge, die wir heute am Vorabend feiern.

Nun steht schon der nächste Show-Neustart mit Kai Pflaume an – diesmal im NDR Fernsehen. Worum geht’s diesmal?

Die Show nennt sich "Wer bietet mehr?" und wird erstmals im Osterprogramm am 27. und 28. März zu sehen sein. Es handelt sich um ein Format, das in vielen anderen Ländern bereits erfolgreich läuft, unter anderem in den USA und Großbritannien, wo es als "Four Rooms" und "Final Offer" zu sehen ist. Darin bieten mehrere Experten für ganz besondere Gegenstände, die die Kandidaten mitbringen. Lehnt ein Kandidat ein Gebot ab, muss er hoffen, dass das Gebot des nächsten Experten mindestens genauso hoch ist wie das vorherige. Eine solche Sendung liegt nahe, weil wir mit "Lieb & Teuer" bereits seit langer Zeit ein Format im Programm haben, das sich mit Antiquitäten beschäftigt. Über die Geschichten, die hinter den Fundstücken stehen, lässt sich auch sehr gut Wissen vermitteln. Im Falle von "Wer bietet mehr?" wollen wir uns diesen Inhalten noch spielerischer nähern.


Lange hatte man das Gefühl, dass die Öffentlich-Rechtlichen bei neuen Show-Formaten nicht so sehr über die Grenzen schauen...

Wir haben schon immer sehr gründlich geschaut, was sich auf den Märkten im Ausland tut. Da unterschätzt man uns wahrscheinlich ein Stück weit. Es geht ja nicht zuletzt auch darum zu erfahren, wofür sich die Konkurrenz womöglich interessieren könnte. Richtig ist, dass wir in der Tendenz auf Eigenentwicklungen setzen. Die erfolgreichsten Shows, die wir gemacht haben, waren eigene Formate – beispielsweise "Wer weiß denn sowas?", das immerhin schon in sieben Länder verkauft ist, oder das "Quizduell“. Aber auch das Adaptieren von Formaten wie im Fall von "Gefragt – gejagt" ist keine triviale Aufgabe.

Die deutsche Adaption ist allerdings sehr nah am englischen Original.

Was so leicht aussieht, ist streng genommen eine Kunstform, weil Sie zwei Dinge zusammenbringen müssen: das Fachwissen, um dem Original nahezukommen, und eine Anpassung an den jeweiligen Timeslot und das Publikum, das Sie zu dieser Zeit erreichen. So reagieren die Zuschauer im Studio in den unterschiedlichen Ländern sehr verschieden. Was mancherorts als euphorisch betrachtet wird, wirkt für das deutsche Publikum schon fast hysterisch. Daher muss man immer überlegen, wo die Grenzen für das heimische Publikum liegen.

Weil Sie gerade "Dalli Dalli" ansprachen: Darum ist es jetzt schon länger still geworden. Hat die Show denn eine Zukunft?

Wir haben bisher im NDR Fernsehen und im Ersten 39 Folgen von "Dalli Dalli" beziehungsweise "Das ist Spitze!" gezeigt. Nach der Show zum 90. Geburtstag von Hans Rosenthal im Frühjahr 2015 haben wir gemeinsam mit Kai Pflaume beschlossen, zunächst eine Pause einzulegen. Klar ist, dass von dieser Show enorm viel Energie ausgeht und wir immer wieder auf sie angesprochen werden. Insofern ist "Das ist Spitze!" für uns immer ein Thema. Konkrete Planungen gibt es aber derzeit nicht.

Mit "Kaum zu glauben" haben Sie im vorigen Jahr aber ohnehin schon die nächste sehr erfolgreiche Show mit Kai Pflaume im NDR ausgestrahlt. Wäre das nicht womöglich auch was fürs Erste?

Tatsächlich betrachten wir das NDR Fernsehen auch als Experimentierfeld für Das Erste. Auch "Kaum zu glauben" hätte in meinen Augen ganz sicher Chancen im Hauptprogramm – genau wie "Wer weiß denn sowas?", das ja schon mit großem Erfolg am Vorabend läuft und ab dem 29. März 2016 zurückkehren wird. Man darf nicht vergessen, dass die Show nach ihrer einmaligen Ausstrahlung in der Primetime plötzlich einen rasanten Anstieg der Quoten verzeichnete. Ich bin daher schon sehr gespannt, wie sie jetzt laufen wird, wo sich der Quiz-Sendeplatz noch weiter etabliert hat.

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