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International Emmy Kids Awards verliehen

Das beste Kinderfernsehen kommt aus Großbritannien

von Thomas Lückerath
09.02.2013 - 06:12 Uhr

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Die Chance auf einen iEmmy für deutsches Kinderfernsehen war ohnehin nur klein und am Ende dominierten auch bei der ersten eigenen iEmmy Kids-Verleihung am Freitagabend im verschneiten New York, wenig überraschend, britische Formate.

Es geht um das beste Fernsehen der Welt. Dies will die International Academy of Television Arts & Sciences jedes Jahr mit dem International Emmy ehren. Bis 2011 war Kinderfernsehen eine der vielen Kategorien, die Jahr für Jahr im November in New York City verliehen wurden - zusammen mit allen anderen TV-Genres. An diesem Freitag fand zum ersten Mal die eigenständige Verleihung der International Emmy Kids Awards statt. Es wurde eine stürmische Premiere mit Hindernissen für die Veranstalter: Schneesturm Nemo traf die Stadt zwar nicht so hart, wie es der hyperventilierende Lokaljournalismus in New York zuvor suggerierte, aber dennoch schaffte es nicht jeder raus zu den Chelsea Piers.



Gefeiert wurde trotzdem. Und allen Grund dazu hatten einmal mehr britische Produzenten. Seit Jahren dominieren Produktionen von der Insel auch die erwachsenen iEmmy-Kategorien. Neben der unbestritten guten Qualität scheint hier, so kritisiert mancher, die englische Sprache die Beurteilung der Formate für die internationale Jury einfacher machen. Drei der sechs Auszeichnungen des Abends gingen an britische Produktionen. Die bewegende und anspruchsvolle Doku "Newsround – My Autism and Me", eine Eigenproduktion von CBBC, räumte in der Kategorie Factual ab. Auch bei Turner in Deutschland wird man sich über den Animation-iEmmy für die UK-Serie "The Amazing World Of Gumball" freuen - produziert von Cartoon Network Europe, Dandelion Studios, Boulder Media und Studio Soi.


In der Kategorie TV-Movie bzw. Miniserie für Kids gewann "Lost Christmas", eine Produktion von Impact Film & Television Ltd, BBC, Ketchup Entertainment und Hyde Park Imagenation. Praktischerweise war Hauptdarsteller und Executive Producer Eddie Izzard eh vor Ort - als einziger wirklich bekannter Laudator des Abends. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die weiteren drei Preise des vom extremen Wetter weitgehend unbeeindruckten aber auch unbeeindruckenden Verleihung gingen nach Japan, Argentinien und Norwegen. Aus dem europäischen Norden kommt, das konnte man auch bei den iKids Awards und Kidscreen Awards feststellen, derzeit viel Gutes - wenn auch nicht immer kompatibel für den deutschen Markt.

Dieser Gewinner hingegen durchaus: In der Kategorie Non-Scripted Entertainment gewann die norwegische Kinder-Gameshow "Energy Survival" (produziert von Fabelaktiv und NRK) rund um die Themen Energie und Umwelt. Beste Serie wurde die japanische Produktion "Junior High School Diaries: Harmony of Two" (NHK, Japan Broadcasting Corp.) und als beste Vorschulprogramm wurde die argentinische Sendung "El Jardín de Clarilú" von The Walt Disney Company Latin America, Triada und Metrovisión ausgezeichnet. Die rund 300 Gäste der ersten International Emmy Kids Awards erlebten einen soliden Abend. Darauf kann man aufbauen, muss man aber auch. Bruce Paisner, Präsident der Academy, zeigte sich am Ende aber sehr zufrieden. Er sei stolz auf diese neue Preisverleihung für ein wichtiges TV-Genre.

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