Die momas von Das Erste & ZDF © ARD/ ZDF
Das "Morgenmagazin" feiert 20. Geburtstag

"Warum, um Gottes willen, muss ich jetzt ins Büro?"

von Alexander Krei
13.07.2012 - 10:36 Uhr

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Vor 20 Jahren starteten ARD & ZDF ihr "Morgenmagazin" - inzwischen informieren sich jeden Morgen mehr als drei Millionen Zuschauer. Doch bei aller Freude: Aus Quotensicht hat man zumindest beim ZDF nicht allzu viel Grund zum Feiern.

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Das Privatfernsehen war noch in der Sturm- und Drangphase, als RTL im Jahr 1987 sein Frühstücksfernsehen startete. "Guten Morgen, Deutschland" nannte sich das Format, das das Publikum zu ungewohnt früher Stunde informieren und unterhalten sollte - eine echte Revolution auf dem Bildschirm, auch wenn damals noch kaum jemand zusah. Wenige Tage später zog Sat.1 schließlich mit einer eigenen Sendung nach. Bei ARD und ZDF war zu diesem Zeitpunkt an ein derartiges Projekt hingegen noch nicht zu denken.

Erst fünf Jahre später war es dann auch dort so weit: Am 13. Juli 1992 wurde das "Morgenmagazin" aus der Taufe gehoben. Seither wechseln sich ARD und ZDF wöchentlich mit ihren Frühsendungen ab - mit spürbaren Unterschieden. Eines haben die "Morgenmagazine" aber gemeinsam: Sie dienten in den vergangenen 20 Jahren nur allzu häufig als Karriere-Sprungbrett. Egal ob Peter Frey, Maybrit Illner oder Bettina Schausten: Sie alle zählten schon zu den Frühaufstehern. "Es war eine wunderbare Zeit, in der man lernte, dass gerade das Unvorhergesehene am spannendsten ist", erinnert sich ZDF-Chefredakteur Peter Frey im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de.

Leicht fiel ihm das Aufstehen aber nicht immer: "Manchmal schaute man morgens um drei in den Spiegel und fragte sich: Warum, um Gottes willen, muss ich jetzt ins Büro? Aber spätestens, wenn man in der Redaktion auf morgenfrische Kollegen traf, hatte sich das erledigt. Das Moma aufzubauen, war das letzte Abenteuer im deutschen Fernsehen – und ich wünsche den Kollegen, dass sie sich dieses Gefühl, Pioniere zu sein, erhalten." Die Idee zu einem gemeinsamen 'Morgenmagazin' von ARD und ZDF entstand während des Golfkrieges im Jahr 1991. Den Programmmachern ging es in erster Linie darum, die Zuschauer auch bereits zu früher Stunde über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Zu einer Zeit, als an das Internet noch nicht zu denken war, war eine Sendung wie das "Morgenmagazin" in der Tat ein gewaltiger Fortschritt. "Das ARD-Morgenmagazin gehört mittlerweile zu den Traditionssendungen im Ersten", sagt Martin Hövel, Redaktionsleiter des "ARD-Morgenmagazins", das beim WDR in Köln angesiedelt ist. "Dabei arbeiten wir ständig daran, die Sendung für unser Publikum noch attraktiver zu machen." Er setzt dabei unter anderem auf neue Angebote wie die "Moma-Reporter". WDR-Intendantin Monika Piel: "Das ARD-Morgenmagazin ist eine Erfolgsgeschichte. Geschrieben wurde sie von der Kölner WDR-Redaktion, aber auch von den In- und Auslandskorrespondenten der ARD."

Das ZDF hat für sein "Morgenmagazin" Berlin als Standort gewählt - nicht ohne Grund. "Wir wollen mit unseren Beiträgen und speziell unseren Gesprächen die politische Agenda des Tages mitbestimmen", so Redaktionsleiter Thomas Fuhrmann. "Das 'Morgenmagazin' möchte die Zuschauer auf unterhaltsame Art gut informiert in den Tag begleiten." Auf den ersten Blick scheint das auch zu gelingen: "Als wir vor 20 Jahren anfingen, war das 'Morgenmagazin' Nischenfernsehen", erinnert sich ZDF-Chefredakteur Peter Frey. "Heute gehört es für viele Zuschauer zum Frühstück wie Kaffee und Müsli."

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Warum das ZDF aus Quotensicht der "Moma"-Verlierer ist - und warum man in Mainz trotzdem an der Sendung festhalten möchte...

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