Media-Update vom 23. Februar

Goldbach vermarktet Türken, Ströer verdoppelt Ergebnis

von Torsten Zarges
23.02.2016 - 11:30 Uhr

Tools

Social Networks

 

Vier türkische und ein russischer TV-Sender gehören ab sofort zum Portfolio von Goldbach Germany. Außerdem: Ströer wächst auf 824 Millionen Euro Umsatz und ein Jahresergebnis von 106 Millionen. Omnicom und SpotX haben neue Manager.

Goldbach Germany
© Goldbach Germany
Der Vermarkter Goldbach Germany hat sein Portfolio um türkische und russische TV-Sender erweitert. Ab sofort sind die türkischen Kanäle Euro Star TV, Euro D, TV8 international und NTV Avrupa sowie Channel One Russia – Worldwide in Deutschland über Goldbach buchbar. Die Sender erreichen hierzulande zusammen über acht Millionen Zuschauer, laut Vermarkter eine "junge, dynamische, markenaffine Zielgruppe mit jährlich über 80 Milliarden Euro Konsumpotenzial". Neben internationalen Unterhaltungsformaten wie "The Voice", "Big Brother" oder "Got Talent" gehören auch diverse Serien zu den Programmen, die innerhalb der türkischen und russischen Bevölkerung Kultstatus genießen. Die vier türkischen Sender gehören zur Star Media Sales & Productions, die sich von Berlin aus um die Etablierung ihrer Programme in der deutschen Medienlandschaft kümmert. Willibald Müller, CMO der Goldbach Germany, zieht eine freudige Zwischenbilanz: "Wir haben jetzt 28 Free- und Pay-TV-Sender in unserem Vermarktungsportfolio. Und das innerhalb nur eines Jahres."

Ströer
© Ströer
Der Digital- und Out-of-Home-Vermarkter Ströer hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 vorgelegt. Demnach wuchs der Jahresumsatz der Kölner um rund 14 Prozent auf 824 Millionen Euro mit einem organischen Umsatzwachstum von 10 Prozent. Im Rahmen des Transformationsprozesses zeige sich das Digital-Segment als deutlicher Wachstumstreiber, teilt Ströer mit, aber auch der insgesamt breite Produkt-Mix des Konzerns, besser ausgelastetes Inventar und eine gute operative Performance im Kernmarkt Deutschland machten sich positiv bemerkbar. Auch der Erwerb von T-Online Anfang November 2015 schlage sich in ersten positiven Beiträgen nieder. Das Operational EBITDA kletterte um 40 Prozent auf 208 Millionen Euro. Das bereinigte Jahresergebnis verdoppelte sich nahezu auf 106 Millionen Euro, was 2,10 Euro pro Aktie entspricht. Der Free Cash Flow stieg mit 114 Millionen Euro erstmalig in den dreistelligen Bereich und verbesserte sich damit um rund 50 Prozent. Zudem hat Ströer seinen dynamischen Verschuldungsgrad innerhalb eines Jahres von 1,9 auf 1,1 und damit die Verbindlichkeiten auf 231 Millionen Euro zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres gesenkt.

"Wir sind äußerst zufrieden mit dem Kurs, den wir eingeschlagen haben", lässt sich Udo Müller, CEO der Ströer SE, zitieren. "Unsere sehr guten Geschäftszahlen unterstreichen das. Wir haben es geschafft, ein einzigartiges Geschäftsmodell zu etablieren und erfolgreich unsere Transformation hin zu einem digitalen Multi-Channel-Medienhaus vollzogen. Diese Entwicklung wird dadurch beispielhaft illustriert, dass der Umsatz mit unserem ursprünglichen Kernprodukt, den traditionellen Billboards, in diesem Jahr weniger als 15 Prozent des gesamten Konzernumsatzes ausmachen wird." Entsprechend bleibe man seiner aktuellen Guidance von 270 bis 280 Millionen Euro EBITDA bei einem Konzernumsatz zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro für 2016. Die endgültigen Geschäftszahlen für 2015 werden am 22. März veröffentlicht.

Dentsu Aegis
© Dentsu Aegis
Auch das Media-Konglomerat Dentsu Aegis Network hat Zahlen für 2015 präsentiert. Mit 12,2 Prozent wuchs das Geschäft in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) demnach am stärksten, während das organische Umsatzwachstum weltweit bei 9,4 Prozent lag. Zwischen Januar und Dezember 2015 verzeichnete Dentsu Aegis nach eigenen Angaben ein Nettoneugeschäft von 3,6 Milliarden US-Dollar in Billings. Vor allem die Kernmärkte in Westeuropa steuerten laut Network "hervorragende Zahlen" bei. Während die Regionen Mittlerer Osten und Afrika ebenfalls starke Ergebnisse ablieferten, bleibe die Situation in Russland vergleichsweise unsicher. Trotzdem sehe Dentsu Aegis Network aufgrund seiner starken Position im russischen Markt positiv in die Zukunft.

SpotX
© SpotX
Seit Ende 2015 besteht SpotX Deutschland, ein Joint Venture zwischen der US-amerikanischen Video-Advertising-Plattform SpotX und der Agentur Delta Advertising, einer Tochter der Mediengruppe RTL Deutschland. Das Unternehmen vermarktet das InStream-Inventar von Delta und ist exklusiver Sell-Side-Platform-Partner für alle programmatischen InStream-Angebote von IP Deutschland, dem Vermarkter der RTL-Familie. Jetzt baut SpotX Deutschland in Hamburg seinen Vertrieb aus: Marie Langgärtner übernimmt die Leitung des Bereichs Programmatic Demand und vervollständigt damit das Senior-Team. Sie berichtet an Stefan Beckmann, Geschäftsführer von SpotX Deutschland, und ist zuständig für die Optimierung und Abwicklung des programmatischen Verkaufs von SpotX im deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus ist sie für Verhandlungen mit Agenturen, Demand-Side-Plattformen und Werbungtreibenden verantwortlich. Zuvor war sie u.a. Key Account Manager bei Delta Advertising und Head of Programmatic Sales bei der Media Group One.

Omnicom Media Group Germany
© OMG
Die Omnicom Media Group Germany hat ihre Geschäftsführung erweitert. Sascha Jansen ist neuer Chief Digital Officer der Media-Agentur-Holding, Frank Ziegler neuer Chief Investment Officer. Die beiden stoßen zum bisherigen Führungs-Trio um CEO Florian Adamski, CFO Richard Small und COO Peter Kuhlmann. Ziegler und Jansen sind bereits seit Jahren für Omnicom tätig: Ziegler zuletzt als Managing Director der Verhandlungs-Unit OPera, Jansen als Managing Director der Digitaltöchter Annalect und Resolution Media. Die Berufung der beiden in die Geschäftsführung der Deutschland-Holding knüpft laut Omnicom an eine interne Neuaufstellung der gesamten Gruppe an, bei der verschiedene Kompetenzbereiche miteinander verbunden werden, um Komplexität zu reduzieren. "Ich arbeite bereits seit vielen Jahren mit beiden Kollegen zusammen", so CEO Adamski, "und bin davon überzeugt, dass Frank mit seinen ausgeprägten analytischen Fähigkeiten, Präzision in der Umsetzung und Nachhaltigkeit beim Aufsetzen neuer Prozesse sowie Sascha mit seinem außergewöhnlichen Riecher für neue digitale Trends und seiner Reputation in der Branche der Entwicklung unserer Agenturen einen zusätzlichen Schub verleihen werden."

Kommentare zum Artikel