Media-Update vom 18. Oktober

Nicht nur "Young Pope": Sorrentino dreht für Campari

von Torsten Zarges
18.10.2016 - 12:04 Uhr

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Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino eröffnet die "Campari Red Diaries" mit einem Kurzfilm aus eigener Feder. Außerdem: Frank Bachér wird neuer Digital-Chef der RMS. IP Deutschland belegt Wirkung von Addressable TV, WDR Mediagroup stellt sie in Frage.

Gruppo Campari
© Gruppo Campari
Mit seinem Seriendebüt "The Young Pope" sorgt Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino derzeit zwischen Cannes, Italien und Deutschland für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff. Doch daneben hat er noch Zeit genug, die originelle Media-Strategie des Spirituosenherstellers Gruppo Campari zu unterstützen. Für seine namensgebende Aperitif-Marke plant das Unternehmen die "Campari Red Diaries 2017", eine Reihe von Kurzfilmen, die ein Jahr lang fantasievolle Cocktail-Geschichten erzählen sollen. Sorrentino steuert als Autor und Regisseur die Auftaktgeschichte bei, einen Film noir mit dem Titel "Killer in Red". Hauptdarsteller ist Hollywood-Star Clive Owen. Danach werden die "Campari Red Diaries" mit zwölf Cocktail-Erzählungen über die Kunst und das Flair von Bartendern aus aller Welt fortgesetzt, für die der junge italienische Regisseur Ivan Olita verantwortlich zeichnet.

Campari verbreitet die Kurzfilme exklusiv über seinen YouTube-Kanal, wo bereits ein Trailer zu "Killer in Red" abrufbar ist. Zusätzlich wird am 24. Januar 2017 eine große "Killer in Red"-Pemiere in Rom gefeiert. "Campari ist ein Symbol für Italien, das mit seinem ganz besonderen Sinn für Ästhetik und guten Stil auf der ganzen Welt Liebe und Aufmerksamkeit genießt – alles Eigenschaften, denen auch ich mich verbunden fühle", lässt Sorrentino sich zitieren. "Da sich die diesjährige Kampagne der Welt des Films widmet, war es mir wirklich wichtig, das Thema des Geschichtenerzählens mit einer spannenden Intensität darzustellen." Und Bob Kunze-Concewitz, CEO der Gruppo Campari, erklärt: "Die Richtung, die wir mit der diesjährigen Kampagne einschlagen, ist einzigartig – wir nutzen zum ersten Mal in der Geschichte der Marke das Medium Film und feiern dabei die geschmackliche Komplexität und Vielfältigkeit von Campari, die so viele fantasievolle Cocktail-Rezepte inspiriert hat. Wir freuen uns sehr darauf, im Januar die vollständige Kampagne zu präsentieren."

 

RMS
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Radiovermarkter RMS hat einen Nachfolger für seinen Digital-Chef Tobias Conrad gefunden, der sich als Geschäftsführer zu Ströer Digital verabschiedet hat. Zum 1. November übernimmt Frank Bachér die Leitung des Geschäftsbereichs Digitale Medien bei RMS. Er kommt von der Trading-Plattform Rubicon Project, wo er zuletzt Geschäftsführer für Nordeuropa war. 
Zuvor war Bachér bei Sabre Travel Network, einem Anbieter für Reisebuchungstechnologie, als Vice President Online & Central Europe tätig. Zu seinen früheren beruflichen Stationen zählen InteractiveMedia, die eBay Advertising Group, die Tomorrow Focus AG, die Verlagsgruppe Milchstraße und Axel Springer. Darüber hinaus war er stellvertretender Vorsitzender und Sprecher des Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). "Ich freue mich sehr, dass wir diese wichtige Position mit einem überaus erfahrenen Digitalexperten wie Frank Bachér besetzen können", so Florian Ruckert, Vorsitzender der Geschäftsführung von RMS. "Er ist ein versierter Media-Experte und Branchenkenner mit langjährigen Kontakten zu Werbekunden und Agenturen. Frank Bachér wird an der Spitze des weiter wachsenden RMS-Digitalteams das Angebotsportfolio für unsere Marktpartner mit Blick auf Relevanz und Reichweite sowie Innovation und technischer Anbindung optimal gestalten und weiter ausbauen."

IP Deutschland
© IP Deutschland
RTL-Vermarkter IP Deutschland bilanziert eine erfolgreiche Addressable-TV-Kampagne für Wick MediNait. Zusätzlich zur bundesweiten Spot-Kampagne hatte Procter & Gamble einen Wetter-Frame für HbbTV-Geräte gebucht. Bei den Zuschauern, die RTL und Vox über ein ans Internet angeschlossenes Smart TV schauten, legte sich um den klassischen Spot ein dynamisches Wetter-Frame. Es zeigte ihnen die Wettervorhersage und ihr persönliches Erkältungsrisiko an. Betreuende Media-Agenturen waren Mediacom und pilot. Laut Kampagnen-Begleitstudie der IP erinnerten sich die Zuschauer, die die Verknüpfung der digitalen Werbung mit dem klassischen Spot sahen, besser an die gezeigten Inhalte und nahmen die Produkteigenschaften bewusster wahr. Der Spot mit Wetter-Frame involvierte die Zuschauer zudem stärker: So erinnerten die Studienteilnehmer wesentlich mehr Spot-Details, wenn sie den Spot mit Wetter-Frame sahen. Sie konnten die Story des Spots besser wiedergeben und eher Produktvorteile nennen. Insgesamt wurde der Spot mit Wetter-Frame als innovativer, ansprechender und informativer wahrgenommen. Der Kontakt mit dem Wetter-Frame verbesserte auch das Bild der Marke Wick MediNait noch stärker (+12 Prozentpunkte). "
Procter & Gamble ist einer der ersten Kunden, der Addressable TV sehr innovativ nutzt und mit der harmonischen Integration des Wetter-Frame in die Spot-Kreation das Ziel erreicht hat, einen relevanten Mehrwert für die Konsumenten zu schaffen", so Lars-Eric Mann, Verkaufsdirektor Solutions der IP. "Der First Mover-Effekt strahlt zudem positiv auf das Markenimage ab und stärkt das Markenbild."

WDR mediagroup
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Deutlich kritischer sieht man Themen wie Addressable TV oder Programmatic Buying hingegen beim öffentlich-rechtlichen Vermarkter WDR Mediagroup. Dessen Geschäftsführer Michael Loeb sagte auf einem Kundenevent in Düsseldorf: "Dabei wird den Sendern im Prinzip suggeriert, dass ihre Reichweite nichts wert ist, sondern dass sie durch Zukäufe beispielsweise in Social Media optimiert werden muss. Da müssen Sie aber auch glauben, dass das funktioniert – ich glaube es nicht." Auf der dmexco etwa habe es zwar viele interessante Vorträge gegeben, aber niemand habe über Inhalte gesprochen. Loeb weiter: "Ich glaube, das Entscheidende sind immer noch Programmumfelder. Deswegen haben wir uns vorgenommen, herauszustellen, dass wir Programmumfelder haben, die es so nirgends anders gibt und die uns auch erlauben, Zielgruppen anzubieten, die es so sonst nicht gibt. Die sind greifbar, das sind keine Klicks oder virtuelle Reichweiten bei Facebook oder sonstwo."

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