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DWDL.de-TV-Kritik

"Frauenzimmer": Weniger "7 Tage, 7 Köpfe" bitte

von Uwe Mantel
27.10.2009 - 10:22 Uhr

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Auch wenn die erste Sendung noch etwas holprig lief: Wenn man sich vom "7 Tage, 7 Köpfe"-Konzept entfernt, dann könnte der Klatsch-Talk "Frauenzimmer" auf Vox durchaus funktionieren. Zumindest als Nebenbei-Fernsehen.

FrauenzimmerAb dieser Woche gibt Vox dem deutschen Publikum noch einmal eine Chance. Ist es möglich, den Zuschauern nachmittags eigenproduziertes Programm vorzusetzen, in dem nicht eine von Drehbuchautoren absurd überdrehte und von Laienschauspielern schlecht dargestellte Geschichte als Realität verkauft wird? Reicht es, stattdessen vier Frauen und einen Gast über meist weitgehend Belangloses klatschen und tratschen zu lassen?

Ob sich dafür genügend Zuschauer finden, wird sich erst nach einigen Wochen zeigen - die Sehgewohnheiten ändern sich nachmittags gewöhnlich nicht allzu schnell, weshalb man die Sendung nach dem miesen Start noch nicht abschreiben sollte. Doch damit sich dafür dauerhaft genügend Interessenten finden, muss Vox fraglos noch an seinem "Frauenzimmer" arbeiten. Die erste Sendung verlief jedenfalls noch holprig. Zu häufig ging es darum, vorgefertigte Statements abzugeben, zu wenig wurde wirklich miteinander geredet.

Das führte dazu, dass einige der Themen von der zur Gesprächsleiterin auserkorenen Yasmina Filali, die ihren Job durchaus souverän erledigte - für den trocken vorgebrachten Satz "Wir haben natürlich auch politische Themen: Wie sexy findet ihr unsere neue Regierung?" nochmal danke - nur kurz angesprochen, von den Damen kurz kommentiert und dann fallen gelassen wurden. Dafür hätten die Kurz-Statements aber schon entweder relevant oder lustig sein müssen - und an beidem fehlte es meist. 

Sobald man sich aber vom "7 Tage, 7 Köpfe"-Konzept entfernte und ein wirkliches Gespräch aufkommen konnte, funktionierte die Sendungdurchaus. Bei der Diskussion über den Auftritt eines kleinen Kindes beim "Supertalent" etwa. Schade nur, dass niemand auf die Idee kam, nicht nur die Eltern, sondern auch den dafür verantwortlichen Sender zu kritisieren. Vielleicht wollte man es sich aber auch nicht gleich zu Beginn mit dem eigenen Geldgeber verscherzen.

So richtig Fahrt nahm die Sendung allerdings erst auf als auch Gast Ross Antony nach 30 Minuten auf die Bühne durfte. Dann war zwar der tagesaktuelle Teil weitgehend beendet, dafür kam es zu einem flüssigen Gespräch, angereichert durch Anekdoten, eigene Meinung und Erfahrungen und dafür weniger vorgefertigt wirkende Statements - falls das künftig auch ohne Ross Antony und schon zu Beginn der Sendung funktioniert, dann hat das Format eine Zukunft verdient.

"Frauenzimmer" ist sicherlich kein Meilenstein der Fernseh-Unterhaltung. Schon die Sendung jeden Tag 60 Minuten konzentriert zu verfolgen, dürften sich nur wenige vorstellen können. Doch als Nebenbei-Medium, was das Fernsehen am Nachmittag für viele nunmal darstellt, kann "Frauenzimmer" funktionieren. Die Sendung ist zwar nicht Preis-verdächtig - doch es gibt auf der anderen Seite auch keinen Grund, warum man sich über sie aufregen müsste. Wann konnte man das schon zuletzt von einer Eigenproduktion im Nachmittagsprogramm eines deutschen Privatsenders behaupten?

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