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DWDL.de-TV-Kritik

"Peter Hahne": Gott und die Welt zum Mittagessen

von Alexander Krei
27.06.2010 - 14:11 Uhr

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Nach seinem Abschied aus dem ZDF-Hauptstadtstudio versucht sich Peter Hahne nun als Talkmaster zur Mittagszeit. Mit Margot Käßmann als Premieren-Gast verkam die Sendung fast schon zum "Wort zum Sonntag".

Peter Hahne"Nicht noch eine Talkshow!", wollte man dem ZDF zurufen, als vor einigen Monaten bekannt wurde, dass Peter Hahne als Entschädigung für seinen Abschied aus dem Hauptstadtstudio eine nach ihm benannte Sendung bekommen würde.

Und dann auch noch am Sonntag! Hahne, seit Jahren kirchlich engagiert, nun mit seinem eigenen "Wort zum Sonntag"? Zu diesem Eindruck passte auch die Tatsache, dass die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann, Gast in Hahnes Premieren-Sendung war.



Einen "Talk der anderen Art" kündigte Hahne im Vorfeld in einem seiner zahlreichen Interviews an. Von intimer Gesprächsatmosphäre war die Rede - und doch "mitten im Leben, nah bei den Menschen". Was so klingt, wie der Wahlkampf-Slogan einer Partei, war der Versuch, eine unspektakuläre Sendung möglichst spektakulär zu beschreiben. Man hätte auch sagen können: Zwei Menschen unterhalten sich in einem Studio mit Blick auf's Brandenburger Tor.

Dass es dennoch eine recht gelungene Premiere war, lag dabei weniger an Hahne selbst, sondern viel mehr an seinem Gast. Käßmann sprach offen über ihre Alkoholfahrt, die sie vor einigen Monaten den Job kostete, gab sich kämpferisch und bisweilen sogar bissig. Etwa, wenn Hahne sie gleich mehrmals fragte, wer denn in besagter Nacht neben ihr im Auto saß. "Herr Hahne, ich habe Sie auch schon mal mitgenommen in Hannover", gab Käßmann zu bedenken und fragte prompt hinterher: "Was geht Sie das an, mit wem ich im Kino gewesen bin?"

Damit hatte Hahne wohl nicht gerechnet. "Nein, geht mich nichts an, aber die Öffentlichkeit fragt sich", erwiderte der Moderator. "So lange natürlich spekuliert wird, ist immer noch das Risiko, dass es dann doch rauskommt." Fast hatte man als Zuschauer den Eindruck, Johannes B. Kerner führe durch die Sendung - man wird ja wohl mal fragen dürfen. Käßmann selbst hatte dafür natürlich nur wenig Verständnis: "Das ist blödsinn", sagte sie und beendete das Thema damit schlagartig.

Und sonst? Ein bisschen Gauck und Wulff hier, ein wenig Fußball-Weltmeisterschaft dort. Gott und die Welt zur Mittagszeit eben. Fast so, wie man es bei einer Talkshow mit Peter Hahne erwarten konnte.

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