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DWDL.de-TV-Kritik

TV-Rückblicke: Mit den Geissens durch die Krise

von Alexander Krei
10.12.2012 - 00:14 Uhr

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Zuvor fiel schon das Gespräch mit Weltall-Springer Felix Baumgartner unterhaltsam aus. Als dieser hustete, verdutzte er kurzzeitig den Moderator. "Ich habe den Weltraumhusten", sagte Baumgartner, woraufhin Jauch überrascht nachfragte, was das denn sei. "Nee, Scherz", warf ihm Baumgartner entgegen - und Jauch hatte den Spott auf seiner Seite. Ein kurioser Moment, der ungleich unterhaltsamer war als das Handballspielen mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nach einem reichlich oberflächlichen Gespräch. Deutlich mehr Zeit nahm sich Markus Lanz für seine Gäste in der Woche zuvor. Anders als bei Jauch, der Themen und Gäste meist innerhalb weniger Minuten abfrühstückte, fielen die Talks bei seinem ZDF-Kollegen bisweilen deutlich intensiver aus.

Manchmal ein wenig zu ausgiebig für eine Primetime-Show, könnte man meinen. So wie etwa im Falle der drei Schlecker-Frauen, die 2012 zwar ihren Job verloren, doch anstelle kritischer Worte überraschend viel Lob für ihren ehemaligen Arbeitgeber fanden. Da blickte dann auch der anwesende ZDF-Wirtschaftsexperte Michael Opoczynski sichtlich überrascht drein. Das hätte man sich also gut sparen können. Genauso wie das Jahrmarkt-Schießen mit der zurückgetretenen Biathletin Magdalena Neuner. Und ob man tatsächlich eine gute viertel Stunde mit den Menschen sprechen musste, die mit ihrer Lebensgeschichte die Grundlage für den Kino-Hit "Ziemlich beste Freunde" lieferten, darf dann auch bezweifelt werden.

An hochkarätigen Gästen mangelte es Lanz jedoch nicht. Die Bandbreite reichte von Piraten-Politiker Johannes Ponader über Gewichtheber Matthias Steiner bis hin zu dem italienischen Rennfahrer Alessandro Zanardi, der einst schwer verunglückte und in diesem Jahr zweifacher Sieger bei den Paralympics wurde. In der Summe betrachtet waren es meist gute Gespräche, die Lanz in einer Art XXL-Ausgabe seiner Talkshow mit seinen Gästen führte. Nur die Einladung des "Bild"-Reporters Martin Heidemanns, mit dem Lanz über die Wulff-Affäre sprach, warf Fragen auf - immerhin ist dessen Bruder der Geschäftspartner des Moderators. Doch sei's drum: Letztlich lieferte Lanz einen soliden Einstand beim ZDF-Jahresrückblick ab und passte auch besser zu dem bunten Themenmix als Hape Kerkeling im Jahr zuvor.

Raum für Überraschungen gab es bei Lanz aber ebenso wenig wie bei Günther Jauch, der - selbstverständlich - seinen RTL-Rückblick dazu nutzte, um noch einmal mit seinem "Wer wird Millionär?"-Kandidaten Aaron Troschke zu sprechen. Bloß die Tatsache, dass anders als etwa 2011 ansonsten kaum Platz war für hauseigene Themen, verblüffte dann doch ein wenig. Das ist insbesondere im Vergleich zum mit zahlreichen RTL-Geschichten vollgepackten Rückblick des vergangenen Jahres tatsächlich ein Fortschritt. Und nebenbei bemerkt werden vermutlich nur wenige Zuschauer die von den Prinzen vorgetragenen Hits des Jahres vermisst haben. Von dieser Warte aus betrachtet hätte das Jahr 2012 also bedeutend schlimmer verlaufen können. Aber warten wir mal ab, was noch passieren wird. Drei Wochen stehen ja schließlich noch aus.

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