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DWDL.de-Blattkritik

Seriencheck wird zum Offenbarungseid der "Cinema"

von Thomas Lückerath
28.01.2013 - 15:32 Uhr

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Die Agentenserie "Hunted" kommt aus Großbritannien, nicht aus den USA. Die Serie war zudem so ein großer "Hit", dass es keine Fortsetzung geben wird. Besser lief die BBC-Comedy "Cuckoo". Zur amerikanischen Serie macht es das aber trotzdem nicht. Die Sitcom "Citizen Khan" wird hingegen sicher in eine zweite Staffel gehen - bei der britischen BBC. Wechselt man über den Atlantik zurück in die USA, dann widmet sich die "Cinema" in ihrer Story weiteren "Highlights, auf die Sie sich freuen können", die jedoch erst in Zukunft starten. So ist "Deception", eine Mischung aus Krimi und Primtime-Soap, erst Anfang Januar und vermutlich nach Redaktionsschluss gestartet. Die Einschaltquoten der bei NBC laufenden Serie fielen jedoch in den ersten Wochen bereits deutlich. Tröstlich für den US-Sender, dass "Cinema" immerhin schon weiß, dass es doch noch ein Hit wird.

Die Mystery-Serie "Cult" von The CW startet erst im Februar, die ABC-Serie "Zero Hour" im Februar, die Crime-Serie "Red Widow" (ebenfalls ABC) erst im März und die ABC-Comedy "How to live with your parents" im April. Die US-Adaption der britischen TV-Serie "Mistresses" startet ABC sogar erst im Mai. Die TV-Serie zur bekannten Story von "Hannibal" ist noch so neu, dass ein Sendestart noch nicht einmal feststeht. Gesehen hat sie auch noch niemand - außer die deutsche "Cinema" offenbar, die sich ihren Ruf ja vermutlich nicht durch Meinungen über Produktionen, die sie gar nicht gesehen hat, ruinieren würde. Oder? Für die Glaubwürdigkeit der Zeitschrift wäre so etwas fatal, bewegt sich doch die Kino-Berichterstattung allgemein, über "Cinema" hinaus, ohnehin im Spannungsfeld zwischen Journalismus und PR der Verleiher. Glaubwürdigkeit ist dort ein hohes Gut, dass die "Cinema" stets gut gepflegt hat.

Weiter geht es aber mit der Titelstory der Peinlichkeiten: Der NBC-Comedy "Go On" verpasste die Fachredaktion der "Cinema" kurzerhand einen neuen Titel und nennt sie "Let it go". Immerhin stimmt es: Die Serie kam bei Kritikern gut an, und auch wenn die Quoten zuletzt gefallen sind, ist das Schicksal für "Let it go", pardon, "Go On", nach Staffel 1 noch nicht besiegelt. Die ebenfalls bei NBC laufenden Comedy "Guys with kids" holt hingegen maue Einschaltquoten - und ebenso maue Kritiken noch dazu so wie auch "1600 Penn" über die First Family im Weißen Haus. Serienhits sehen anders aus. Immerhin bessere Kritiken als zuletzt Quoten bekam eine andere NBC-Comedy: "The New Normal". Zukunft aber noch unklar. Mau lief auch die MTV-Comedy "Underemployed".

Aber nach all diesen Flops finden sich in der Aufstellung der "Cinema" auch einige Serienhits. Darunter zum Beispiel die BBC America-Krimiserie "Copper" u.a. mit Franka Potente. "Arrow" läuft bei The CW zumindest für The CW-Verhältnisse recht gut. TNT ist sehr glücklich mit der Krimiserie "Major Crimes". Comedy Central wiederum freut sich über den Erfolg der Animationsserie "Brickleberry" und FX über die auch in zweiter Staffel starke "American Horror Story" sowie "Anger Management". Nach zehn Folgen der ersten Staffel der neuen Charlie Sheen-Serie kaufte der Kabelsender gleich 90 weitere. Ein Quoten-Überflieger war die Miniserie "Hatfields & McCoys" (mit Kevin Costner), die erste fiktionale Eigenproduktion des History Channel in den USA.

Aber auch bei den großen Networks gibt es Hits: So zum Beispiel die ABC-Comedys "Malibu Country" und "The Neighbors" oder die, sagen wir, musikalische Dramaserie "Nashville". Bei NBC freut man sich über den Erfolg von "Chicago Fire" und FOX ist vorerst zumindest glücklich über "The Following" mit Kevin Bacon. Die Serie startete erst vor einer Woche. Dass es wirklich ein Hit wird, weiß bislang nur "Cinema". Nach 14 Seiten Titelstory mit 36 vorgestellten Serien ist das Ergebnis ernüchternd. Nur über 13 der Serien lässt sich verlässlich sagen: Sie sind US-Serienhits. Doch wichtiger als diese Statistik ist die Erkenntnis: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Und mit voreiligen Urteilen über Produktionen, die man nicht gesehen hat, sollte die "Cinema"-Redaktion vorsichtig sein. Es wäre sonst schade um eine traditionsreiche Zeitschrift.

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