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Foto: Grimme Online Award © Grimme Online Award
Projektleiter Hagedorn im Interview

Grimme Online Award: Wirbel um Nominierungen

von Jochen Voß
02.06.2007 - 11:18 Uhr

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Der Grimme Online Award steht in der Kritik, weil Juror Mario Sixtus selbst nominiert wurde. Im Interview nimmt Friedrich Hagedorn Stellung zu den Vorwürfen.

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Foto: Adolf Grimme InstitutHerr Hagedorn, man vermutet im Netz Schiebung beim Grimme Online Award wegen der Nominierung des Angebots "Elektrischer Reporter". Adolf Grimme würde sich im Grabe umdrehen heißt es. Macht er das?

Es gibt immer wieder Spekulationen, bei welchen Anlässen Adolf Grimme sich im Grab umdrehen würde, was zum Glück niemand überprüfen kann. Das wurde schon behauptet, weil wir 2001 den Grimme Online Award ins Leben gerufen haben. Das sind müßige Spekulationen, weil wir hier auch nicht eine Grimme-Bibel auf dem Tisch liegen haben, nach der wir uns dogmatisch richten und versuchen, alles im mutmaßlichen Geiste Adolf Grimmes zu erfüllen. Wann sich Grimme im Grabe rumdrehen würde und wann nicht ist hier nicht die entscheidende Frage.

Wie lautet die entscheidende Frage?

Die Frage muss lauten: Kommt die Nominierung des Angebots "Elektrischer Reporter" von Mario Sixtus, der bis zur Nachnominierung durch die Jury Mitglied eben dieser war, überein mit dem Selbstverständnis, dem Qualitätsanspruch und der Tradition des Grimme Instituts? Das ist in unseren Augen nämlich der Fall. Wir können es als Grimme Institut vertreten, dass es dieses Verfahren gegeben hat. Ansonsten hätten wir als Institut bei dieser Entscheidung der Jury interveniert.


Wie unabhängig arbeitet die Jury denn?

Die Jury ist in ihrer Arbeit und in ihren inhaltlichen Entscheidungen völlig unabhängig. Im Statut steht, dass sie auch die Art, wie sie zu ihren Entscheidungen kommt, selbst bestimmt. Immer im Rahmen des Statuts versteht sich. Dafür gelten natürlich gewisse Rahmenbedingungen, die das Institut setzt.

Die Jury kann also nicht machen, was sie will?

Innerhalb des vorgegebenen Rahmens kann sie machen was sie will. Zu der hier konkreten Frage der Nachnominierung hat es schlicht eine unterschiedliche Auslegung des Statuts durch Nominierungskommission und Jury gegeben, weil in diesen Regularien nicht jede Eventualität in allen Einzelheiten festgelegt ist. Dort heißt es, dass sich an einem zur Nominierung vorgeschlagenen Angebot kein Mitglied der Nominierungskommission oder der Jury beteiligen darf. Das könnte auch bedeuten: Enthaltung bei der Stimmabgabe. Für uns heißt das sogar: Wenn es eine Hauptverantwortlichkeit für das Angebot ist, ist es auch unvereinbar mit einer Mitgliedschaft in Nominierungskommission oder Jury. Das war beim "Elektrischen Reporter" und Mario Sixtus zweifelsfrei der Fall. Für die Nominierungskommission war, klar, dass dieses Angebot nicht zur Debatte stehen würde, da Mario Sixtus in der Jury saß. Die Jury hielt das Angebot aber für so wichtig, dass man es unbedingt vorschlagen wollte und Mario Sixtus daher nicht mehr Mitglied des Gremiums sein konnte.

Wie stellt das Grimme Institut denn sicher, dass es nicht zu Freundschafts-Nominierungen kommen kann?

Man kann solchen Gremien immer unterstellen, dass es irgendwelche Absprachen geben könnte. Dass sich einzelne Akteure innerhalb einer Szene kennen, trifft auch auf andere Kommissionen und Jurys zu. Wenn man das ausschließen wollte, müsste man solche Jurys immer fachfremd besetzen. Das ist zudem ein spezifisches Problem, das das Medium Internet betrifft, weil es hier keine klare Trennung gibt zwischen Akteuren und Kritikern. Ich kenne keinen kritischen Begleiter des Internet, der dort nicht selbst auch publiziert.

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