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Wegen Berichten zur Linkspartei

"FR"-Zoff: SPD soll doch Einfluss genommen haben

von Jochen Voß
17.10.2007 - 10:51 Uhr

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Laut einem Zeitungsbericht soll es im Jahr 2005 bei der "FR" den Versuch der inhaltlichen Einflussnahme durch die SPD gegeben haben. Über ihre Holding DDVG war die Partei Mehrheitseignerin des Blattes.

Foto: wikipedia.orgMöglicherweise gab es in der Zeit, in der die DDVG, die Medien-Holding der SPD, Mehrheitseignerin der "Frankfurter Rundschau" war, einen Versuch der redaktionellen Einflussnahme auf die Inhalte der links-liberalen Tageszeitung. Das berichtet die "tageszeitung" in ihrer Mittwochs-Ausgabe. Dem Bericht zu Folge soll Chefredakteur Wolfgang Storz, der das Blatt in der Zeit von Ende 2002 bis zum Frühjahr 2006 leitete, im Sommer 2005 von SPD-Schatzmeisterin Ingrid Wettig-Danielmeier für die Berichterstattung zum Verhältnis zwischen SPD und Linkspartei kritisiert worden sein.

Das Pikante daran: Wettig-Danielmeier beteuerte dem Bericht zu Folge zwar, sich nicht in ihrer Partei-Funktion, sondern als Leserin an Storz gewandt zu haben, nutzte für ihre schriftliche Kritik jedoch ihr offizielles SPD-Briefpapier. Darin forderte sie Storz unter anderem auf, einen in ihren Augen angemessenen Text zum Thema Blatt zu hieven. Bei dem gewünschten Beitrag handelte es sich um einen Text der Autorin Helga Grebing. "Ich würde mich freuen, wenn dieser Beitrag über die 'Frankfurter Rundschau' bald einem größeren Leserkreis zugänglich gemacht werden könnte", zitiert die "taz aus dem Schreiben Wettig-Danielmeiers an Storz. Den Artikel könne Storz über Wettig-Danielmeiers Büro per E-Mail abrufen, hieß es laut "taz" weiter.


Auf die erboste Reaktion des Chefredakteurs, er sehe in dem Schreiben den Verusch einer redaktionellen Einflussnahme soll Wettig-Danielmeier Storz vorgworfen haben, seine Einschätzung beruhe "auf einem Missverständnis über redaktionelle Unabhängigkeit und Führung einer Redaktion".
 
Storz musste seinen Posten als Chefredakteur bei der "FR" im Sommer 2006 räumen. Zu den Gründen gibt es keine detaillierten offiziellen Informationen. Die DDVG verkaufte ihre Mehrheitsanteile an der "Frankfurter Rundschau" inzwischen an den Verlag DuMont Schauberg. Der Einstieg der DDVG bei der "FR", die sich zu der Zeit in einer schweren finanziellen Schieflage befand, war in der Branche wegen einer möglichen Einflussnahme seitens der Partei umstritten.

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