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Wer darf Kritik üben und wer nicht?

Springer will Beschwerden von "Bildblog" stoppen

von Thomas Lückerath
17.02.2008 - 13:14 Uhr

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Der Axel Springer Verlag geht gegen den "Bildblog" und seine Beschwerden beim Presserat vor. Was schon seit längerem bekannt war, greift jetzt auch der "Spiegel" auf. "Bildblog" kommentiert amüsiert.

Logo: Axel SpringerDer Verlag will durchsetzen, dass die Betreiber des mehrfach ausgezeichneten Blogs, Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis, künftig grundsätzlich keine Beschwerden mehr beim Deutschen Presserat einreichen dürfen. Ihnen gehe es bei ihren Eingaben nicht darum, Missstände aufzuzeigen. Vielmehr riefen sie den Presserat missbräuchlich mit einer Flut von kommerziell motivierten Beschwerden an, um daraus Stoff für Berichterstattung zu gewinnen, so die Argumentation des Verlags.

Springer fordert daher vom Presserat, diese "Arbeitsbeschaffungsaktion" grundsätzlich zu beenden. Nach Angaben des Presserats hat "Bildblog" in den dreieinhalb Jahren seines Bestehens allerdings insgesamt nur zwölf Beschwerden eingereicht - ob dabei von einer Flut die Rede sein kann, ist mehr als fraglich. "Der Verlag stellt nicht in Abrede, dass Kritik möglich ist", so eine Anwältin, die den Springer-Verlag berät laut "Spiegel"-Bericht. Es sei jedoch grundsätzlich nicht hinnehmbar, dass Presserat und "Bild" Aufwand betreiben müssten, um die Attraktivität und mittelbar die Einnahmen des werbefinanzierten "Bildblog" zu steigern. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, den Presserat daran zu hindern, auf die Beschwerden des "Bildblog" einzugehen, verlangt Springer nun eine Grundsatzentscheidung vom Plenum des Presserates. Dort soll die Sache am 12. März 2008 beraten werden.
 
Und was macht der "Bildblog"? Er kommentiert dies am Wochenende in süffisantem Tonfall: "Wir verfolgen die Sorge des Axel-Springer-AG um das Wohlergehen des Presserates und die Bewahrung publizistischer Grundsätze wie dem der "Wahrhaftigkeit" amüsiert und lassen uns gerne von der Entscheidung des Presserates überraschen. Dass sich die "Bild"-Zeitung nicht aussuchen kann, wer sich über ihre zahlreichen Verstöße gegen journalistische Mindeststandards beim Presserat beschwert, liegt vor allem im Interesse des Presserates selbst", heißt es auf Bildblog.de.

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