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Wie zu erwarten...

TMG vs. ProSieben: Streit um den "Seewolf"

von Thomas Lückerath
12.09.2008 - 16:34 Uhr

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Sowohl die Tele München Gruppe (TMG) als auch Hofmann & Voges haben bekanntlich eine Neuverfilmung des "Seewolf" abgedreht. Jetzt ist ein Rechtsstreit um den Titel entbrannt. Hofmann & Voges darf ihn per Gerichtsurteil nicht mehr benutzen. Doch bei ProSieben - wo diese Verfilmung laufen soll - sieht man sich nicht daran gebunden.

Logo: TMGMonatelang war es eine amüsante Anekdote, aus der spätestens jetzt ein handfester Rechtsstreit geworden ist: Sowohl das ZDF als auch ProSieben haben bekanntlich eine Neuverfilmung des Jack-London-Romans "Seewolf" produzieren lassen. Das ZDF beauftragte die Tele München Gruppe, die schon 1971 eine vierteilige Verfilmung des Romans für die Mainzer umgesetzt hat. Für die ProSieben-Neuverfilmung zeigt sich die Produktionsfirma Hofmann & Voges verantwortlich.

Immer wieder wurde in den vergangenen Monaten über die beiden zeitgleich produzierten Neuverfilmungen berichtet. Zu einer offenen Auseinandersetzung zwischen Produzenten und Auftraggebern kam es bislang allerdings nicht. Das hat sich spätestens seit vergangenem Dienstag geändert. Das Landgericht München I fällte das Urteil in einem Titelschutz-Prozess der Tele München Gruppe gegen die Produktionsfirma Hofmann & Voges.

Der Richterspruch bestätigte, so berichtet die Tele München Gruppe, dass die von ProSieben beauftragte Hofmann & Voges-Produktion nicht den Titel "Der Seewolf" oder "Seewolf" tragen darf. Grund für diese Entscheidung sei der Vorrang des Titels und der Marke der Originalverfilmung "Der Seewolf" aus dem Jahr 1971. Bei ProSieben allerdings sieht man in diesem Urteil allerdings keine Folgen für die Ausstrahlung. "Das Urteil bindet ProSieben nicht", so ProSieben-Sprecher Christoph Körfer am Freitag gegenüber DWDL.de.
 

 
Bei der Tele München Gruppe sieht man das anders. Auch die Ausstrahlung bei ProSieben ist nach Rechtsauffassung der TMG betroffen. Man sei daher gespannt, ob sich ProSieben tatsächlich über das Urteil hinwegsetzen werde und den Film unter dem Titel "Seewolf" zeigen wolle. Sollte es Anzeichen dafür geben, so ein Sprecher der Tele München Gruppe am Freitag gegenüber DWDL.de, dann sei die Klage gegen Hofmann & Voges "nur der erste Schritt" gewesen. Nähere Angaben zu möglichen rechtlichen Schritten gegen ProSieben selbst machte er allerdings nicht.

Drehschluss beider Produktionen war der vergangene Juli. Hofmann & Voges produzierte die Neuverfilmung für ProSieben größtenteils in der Karibik. Die Hauptrolle des Wolf Larsen spielt Thomas Kretschmann. In der Tele München-Produktion für das ZDF ist die Rolle mit Sebastian Koch besetzt. 35 der 65 Drehtage wurden in Kanada gedreht. ProSieben will seinen "Seewolf" noch in diesem Herbst ausstrahlen; das ZDF plant die Ausstrahlung seiner Neuverfilmung für 2009.

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