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Portfolio-Bereinigung

Prestigeobjekt ade: G+J stellt "Park Avenue" ein

von Uwe Mantel
19.11.2008 - 19:33 Uhr

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Gruner + Jahr macht ernst: Während die Wirtschaftstitel zwar personell bluten müssen, vorerst aber alle überleben, wird mit "Park Avenue" ein Prestigeobjekt des Verlags eingestellt - da half es auch nichts, dass die Auflage jüngst die 100.000-Marke endlich durchbrach. Daneben trifft es zwei weitere Zeitschriften im Ausland.

Bild: Gruner + JahrMit der Ankündigung einer "Portfolio-Bereinigung" sorgte Gruner + Jahr-Boss Bernd Kundrun Ende vergangenen Monats für viel Unruhe bei den Mitarbeitern des Verlags. Viele Titel wurden als Streichkandidaten gehandelt, die meisten davon werden aber überleben, wenn wie im Falle der Wirtschaftstitel teils nur mit harten Einschnitten. Vom konkreten Aus betroffen ist in Deutschland aber nur eine Zeitschrift: "Park Avenue".

Von Anfang an war "Park Avenue" als einer der heißesten Streich-Kandidaten gehandelt worden. Das 2005 gestartete Personality-Magazin konnte am Kiosk nie wirklich überzeugen. Kürzlich durchbrach die Auflage zwar endlich die Marke von 100.000 Exemplaren - doch nur knapp 39.000 dieser Hefte wurden wirklich per Abo oder am Kiosk verkauft. Der Großteil wurde als Bordexemplare oder über Lesezirkel unters Volk geworfen. Um so wichtiger war hier also das Anzeigengeschäft, das aber auch nie so recht in Schwung kommen wollte. Angesichts des Einbruchs des Anzeigenmarktes zog man nun lieber die Notbremse.

Offiziell liest sich das so: "Auf Basis der werbekonjunkturellen Aussichten für 2009 und 2010 ließ sich eine belastbare wirtschaftliche Perspektive für 'Park Avenue' nicht mehr darstellen." Die Zeitschrift erscheint nur noch einmal am 17. Dezember. Danach dürfen sich die 23 Mitarbeiter in Redaktion und Verlag eine neue Arbeitsstelle suchen. Dr. Bernd Buchholz, G+J Deutschland-Leiter bezeichnete die Entscheidung zur Einstelung als "sehr schmerzlich". Das Heft habe sich publizistisch "zu einem echten Premium-Titel entwickelt". Sofern sich die Rahmenbedingungen wieder ändern wolle man wieder im Premiumzeitschriftensegment aktiv werden, so Buchholz.

Neben "Park Avenue" und den einschneidenden Veränderungen bei den Wirtschaftstiteln trifft es noch zwei Titel im Ausland. Die 2001 gegründete russische "Gala"-Edition "Life & Style" sowie die 2007 gegründete niederländische "Gala" werden vom Markt genommen. Beide Titel hätten sich in ihren dicht besetzten Marktsegmenten nicht durchsetzen können und daher mittelfristig keine realistische Aussicht auf nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg gehabt, heißt es in einer Stellungnahme des Verlags. Dadurch fallen 35 Stellen in Verlag und Redaktion weg.

Alle anderen Mitarbeiter bei Gruner + Jahr dürfen allerdings aufatmen. Ebenfalls heiß für eine Einstellung gehandelte Titel wie "Emotion", "Healthy Living oder "View" bleiben unangetastet. Buchholz: "Mit den beschlossenen Veränderungen sind die angekündigten Portfolio-Maßnahmen bei Gruner + Jahr soweit abgeschlossen. Neben der Notwendigkeit, in einzelnen Fällen zu handeln, hat unsere Analyse ergeben, dass Gruner + Jahr insgesamt über ein sehr gesundes Portfolio verfügt. Alle anderen Titel von Gruner + Jahr konnten zeigen, dass sie auch in schwierigem Umfeld eine gute Perspektive haben."

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