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Was RTL und ProSiebenSat.1 sagen...

Private werten Spartenkanal ZDFneo als "Frontalangriff"

von Jochen Voß
25.09.2009 - 00:17 Uhr

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Das Programm von ZDFneo erfreut nicht jeden. Bei der Mediengruppe RTL und ProSiebenSat.1 ist man ganz außer sich. In dem Sender sieht man den Versuch, den Kommerziellen das Wasser abzugraben und will die Politik einschalten.

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Kümmert sich bei RTL um Medienpolitik: Tobias SchmidSeit Mittwoch dieser Woche ist nun das Programmschema des neuen Digitalkanals ZDFneo bekannt, der am 1. November aus dem ZDFDokukanal hervorgehen wird. Die Resonanz ist geteilt. Während das Programm bei der Zielgruppe – Menschen unter 50 Jahre – ersten Reaktionen im Internet zu Folge auf ein positives Echo stößt, zeigen sich die beiden großen privaten Fernsehkonzerne ProSiebenSat.1 Media AG und die Mediengruppe RTL Deutschland entrüstet. Hier befürchtet man, das ZDF plane mit einem gebührenfinanzierten Angebot „einen Frontalangriff auf die Kernkompetenzen kommerzieller Anbieter sowohl im Free-TV als auch im Pay-TV-Bereich“, sagt Tobias Schmid (Bild), Bereichsleiter Medienpolitik der Mediengruppe RTL Deutschland auf Nachfrage des Medienmagazins DWDL.de. Schmid ist zugleich Vizepräsident des Verbands privater Rundfunk und Telemedien (VPRT).
 
„Hier ensteht ein öffentlich-rechtliches Privatprogramm, das mitnichten neu ist, wie sein Name Glauben machen will“, empört sich auch Annette Kümmel, Senior Vice President Media Policy bei ProSiebenSat.1. Stein des Anstoßes: In Programmelementen wie US-Serien und Doku-Soaps rund um Hausbau und Hochzeit, die für ZDFneo angekündigt wurden, sieht man eine Kopie erfolgreicher Programmstrecken der Privaten. „Das einzige, was das Programm von einem kommerziellen Veranstalter unterscheidet, ist, dass wir in unseren Sendern auch Nachrichten ausstrahlen", sagt Schmid.
 

 
Dokumentationsprogramme, die – vor allem am Vorabend – ebenfalls für ZDFneo angekündigt wurden, bezeichnet Schmid als „Feigenblätter“. „Wir hätten nicht gedacht, dass unsere ursprüngliche Befürchtung so dreist realisiert wird“, so der RTL-Mann. Bei ihrer Kritik berufen sich die Privaten auf das Programmkonzept für den als ZDF-Familienkanal geplanten Sender, der mit dem 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag genehmigt worden ist.

Im abgesegneten Konzept heißt es: „Der ZDF-Familienkanal bietet ein Programm mit vielfältigen Inhalten aus den Bereichen Bildung, Kultur, Wissenschaft, Beratung, Information und Unterhaltung. Er bedient sich aller wichtigen Genres wie Dokumentation, Reportage, Fernsehfilm, Serie, Spielfilm, Magazin sowie Show/Talk und beschäftigt sich insbesondere mit Inhalten aus den Bereichen Gesellschaft und Erziehung, Ratgeber und Service, Wissenschaft und Natur, Geschichte und Zeitgeschehen sowie Kultur“. Bei der Zuschaueransprache solle eine „realitätsnahe Orientierungs- und Ratgeberfunktion“ im Mittelpunkt stehen.

Mit Blick auf ZDFneo-Programme wie „Mamas Traumjob“, „Der Extremtester“ und „neoMusic: Die Chartshow“ sagt Kümmel für ProSiebenSat.1: „Das Positive daran ist, dass damit endlich einmal klar gemacht wird, dass auch unsere Programme 'Orientierungs- und Ratgeberfunktion haben und 'auf anspruchsvolle Weise Entspannung und intelligente Unterhaltung' bieten“. Große Unterschiede zu den Programmen der Sender ihres Konzerns sieht sie in den vom ZDF angekündigten Sendungen nicht.
 
Lesen Sie auf der Folgenden Seite, welche Konsequenzen RTL und ProSiebenSat.1 durch den Start von ZDFneo fürchten und welche Schritte sie dagegen einleiten wollen.

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