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Lammert meckert

Bundestagspräsident greift ARD/ZDF erneut an

von Uwe Mantel
27.10.2009 - 15:20 Uhr

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Der frisch wiedergewählte Bundestagspräsident Norbert Lammert griff in seiner Antrittsrede erneut ARD und ZDF an. Dort liefen am Dienstagvormittag Film- und Serien-Wiederholungen statt Bundestags-TV

PhoenixDer alte und neue Bundestagspräsident Norbert Lammert, der sich in den vergangenen Jahren schon mehrfach kritisch über den seiner Ansicht nach zu geringen Anteil der Berichterstattung über den Bundestag am Programm von ARD und ZDF geäußert hatte, nutzte auch seine Antrittsrede bei der konstituierenden Sitzung am Dienstag, sich über die öffentlich-rechtlichen Sender zu beschweren.

Lammert wies in seiner Rede darauf hin, dass in diesem Moment im Ersten die Komödie "Schaumküsse" und im ZDF die Serien "Alisa - Folge Deinem Herzen" und "Bianca - Wege zum Glück" gezeigt werde anstatt die konstituierende Sitzung des neuen Bundestages zu übertragen. Ihm fehle jedes Verständnis dafür, dass gebührenpflichtiges Fernsehen, das dieses "üppig dotierte Privileg allein seinem besonderen Informationsauftrag" verdanke, auch an einem solchen Tag der Unterhaltung Vorrang einräume.

Lammert hatte in der vergangenen Legislaturperiode erwogen, einen eigenen Parlaments-Fernsehkanal zu starten, weil seiner Ansicht nach ARD und ZDF aber auch Phoenix zu selten die Debatten aus dem Bundestag übertragen würden. Diese Pläne wurden erst ad acta gelegt, als ZDF-Intendant Markus Schächter und WDR-Intendantin Monika Piel ankündigten, Phoenix werde seine Bundestags-Berichterstattung noch ausbauen und auch ARD und ZDF würden künftig verstärkt "herausragende Bundestagssitzungen" und Gedenkstunden übertragen.

Phoenix wies am Dienstagnachmittag darauf hin, dass dort die konstituierende Sitzung dreieinhalb Stunden lang live übertragen worden sei. Insgesamt habe man inklusive Hintergrund-Berichterstattung und Interviews rund fünf Stunden lang aus dem Reichstag berichtet. "Damit hat Phoenix für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Parlamentssitzung vollständig und umfassend für das Fernsehpublikum übertragen", heißt es in einer Mitteilung des Senders, die offensichtlich eine Replik auf die Kritik Lammerts darstellt, auch wenn dieser mit keinem Wort erwähnt wird. Phoenix wies zudem darauf hin, dass der Sender in diesem Jahr über 300 Stunden aus dem Bundestag berichten werde und damit umfassender als je zuvor.

ARD-Chefredakteur Thomas Baumann wies ebenfalls darauf hin, dass Phoenix die Sitzung übertragen habe und begründete auch, warum das Ganze nicht im Ersten bzw. dem ZDF zu sehen war: "Die Konstituierung des Bundestages ist zweifellos politisch wichtig. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte lehrt aber, dass es sich eher um einen organisatorischen Akt handelt. Es ging heute im Wesentlichen nicht um politische Inhalte und das Ringen darum. Aus diesem Grund halte ich die Live-Berichterstattung in 'Phoenix' für absolut ausreichend."

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