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"Spitze des Eisbergs"

15.000 Beschwerden über Unitymedia in diesem Jahr

von Alexander Krei
15.11.2009 - 10:01 Uhr

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Die Werbemethoden von Unitymedia führen immer häufiger zu Beschwerden - mit deutlichem Vorsprung liegt der Konzern in NRW an der traurigen Spitze, doch Unitymedia weist die Vorwürfe zurück.

Unitymedia-ZentraleEs ist eine turbulente Woche für den Kabelnetzbetreiber Unitymedia, der dem US-Konzern "Liberty Global" von Medienmogul John Malone vor wenigen Tagen 3,5 Milliarden Euro wert war. Nun sorgt ein Bericht der "Wirtschaftswoche" für Wirbel, wonach Unitymedia viele Kunden mit rechtswidrigen Methoden gewonnen haben soll.

Von einer "extrem aggressiven und zum Teil rechtlich zweifelhaften Telefonakquise" und Drückerkolonnen gleichenden externen Callcentern ist darin die Rede - sie sollten in den vergangenen Wochen möglichst viele Kabelfernsehkunden dazu bewegen, auch Internet und Telefon von Unitymedia zu beziehen. Auch vor Kunden der Konkurrenz wurde dem Bericht zufolge nicht Halt gemacht, obwohl das ohne das vorher eingeholte Einverständnis der Kunden eigentlich seit August verboten ist. Dies sei jedoch nur die Spitze des Eisbergs.



Eine Dokumentation der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die der "Wirtschaftwoche" vorliegt, soll das rechtswidrige Verhalten des Kabelkonzerns nun belegen - alleine in diesem Jahr soll es demzufolge 15.000 Beschwerden gegeben haben, weshalb Unitymedia mit deutlichem Abstand eine traurige Spitzenposition einnimmt. "Mehrfach wurden die Grenzen zum unlauteren Wettbewerb überschritten und verbraucherrechtliche Schutzvorschriften missachtet", werden die Verbraucherschützer zitiert.

Zu den häufigsten Vergehen zählen neben belästigender Telefonwerbung offenbar, dass nicht zuletzt ältere Menschen an der Haustür mit falschen Aussagen massiv unter Druck gesetzt werden, aber auch undurchsichtige Vertragsabwicklungen oder Mängel beim Kundenservice. Unitymedia weist die Vorwürfe zurück: Es sei eine "politische Kampagne der Verbraucherzentrale, um das digitale Kabel ins Reich des Bösen zu verweisen", heißt es in der "Wirtschaftswoche".

Doch die Verbraucherschützen halten an ihrer Ansicht fest und machen vor allem das Einsetzen externer Callcenter für die Missstände verantwortlich - sie haben offenbar die Vorgabe, vier Mal jährlich bei allen Kabelhaushalten in Nordrhein-Westfalen und Hessen anzurufen. Darunter seien auch Haushalte zu finden, die entsprechenden Werbeanrufen zuvor nicht ausdrücklich zugestimmt hatten. Mit einem ähnlichen Datenskandal hatte im Frühjahr bereits Kabel Deutschland für Schlagzeilen gesorgt.

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