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Verdichteter erzählen

Filmpool-Chef verteidigt Nachmittags-Trash

von Jochen Voß
08.01.2010 - 17:21 Uhr

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In den vielgescholtenen Nachmittagsformaten "Verdachtsfälle" und "Familien im Brennpunkt" kann Prodzent Stefan Oelze nichts Schlechtes sehen. Die Fälle ließen sich mit Darstellern besser aufbereiten, als mit echten Geschichten.

Bild: Michael Reh / GranadaStefan Oelze, Chef der Produktionsfirma Filmpool und Vorstand der MME Moviement, ist stolz auf die "große handwerkliche Leistung", die er bei der Filmpool-Mannschaft vorgefunden habe, als er kürzlich die Leitung des Unternehmens übernahm. Das sagte Oelze in einem Interview mit dem Branchendienst "Kress Report". Filmpool zeichnet unter anderem für die neuen fragwürdigen Erzählformen verantwortlich, die bei RTL am Nachmittag auf das Wohlwollen des Publikums stoßen.

Das Unternehmen produziert "Verdachtsfälle" und "Familien im Brennpunkt". Ein Problem mit der fiktionalen Darstellung teils hanebüchener Geschichten rund um Sex und Gewalt im Doku-Stil sieht Oelze nicht. So fühle er sich wohler damit, die Geschichten von Laiendarstellern spielen zu lassen, als echte Fälle zu zeigen. "Wir können viel verdichteter erzählen, eine Dramaturgie inklusive Lösung aufbauen und den Wendepunkt so setzen, wie in der klassischen fiktional erzählten Stunde auch", erklärt Oelze im "Kress Report".
 

 
Mit dem Begriff "Niveauverfall" indes könne er nichts anfangen. "Das ist eine typisch deutsche Debatte, die mich an den 'Dschungel' erinnert", sagte er. Im aktuellen Tagesprogramm von RTL sieht der Produzent eine "logische Fortsetzung dessen, was seit Jahren erfolgreich für die Nachmittagsprogramme produziert und gerne vom Zuschauer gesehen wird".

Gegenüber dem "Kress Report" gab Oelze zudem einen Ausblick auf die anstehenden Projekte der Firma Tower Productions - einem Joint Venture der MME-Mutter All3Media und der BBC Worldwide. "Eine wichtige Säule ist Factual Entertainment für die Primetime - da gibt es klare Sendeplätze, ein klares Interesse der Sender und eine Reihe attraktiver BBC-Formate", so Oelze. Außerdem wolle man sich um Show-Reihen kümmern, "mit der wir auf die Entertainment-Tradition der BBC zurückgreifen können". Darüber hinaus sieht Oelze auch Potential für Quiz-Formate und Adaptionen im dokumentarischen Bereich.

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