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Überraschung aus Unterföhring

Glückloser Sat.1-Chef Guido Bolten verlässt den Sender

von Uwe Mantel
13.01.2010 - 12:30 Uhr

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Ein Hammer aus Unterföhring: Nur 14 Monate nach seinem Amtsantritt bei Sat.1 verlässt Guido Bolten den Sender Ende des Monats wieder. German Free-TV-Boss Andreas Bartl macht den Sender vorerst zur Chefsache.

Sat.1 - colour your lifeÜberraschung aus Unterföhring: Nur 14 Monate nach seinem Amtsantritt als Geschäftsführer von Sat.1 wird Guido Bolten den Sender bereits Ende dieses Monats wieder verlassen, wie ProSiebenSat.1 in einer Mitteilung inzwischen bestätigte. Bolten hatte die Geschäftsführung von Sat.1 am 1. Dezember 2008 übernommen, für ProSiebenSat.1 war er aber beriets seit 1997 tätig, unter anderem als kabel eins-Geschäftsführer und Chefredakteur von ProSieben.

Die Nachfolge hat ProSiebenSat.1 bereits geregelt - zumindest vorläufig. Zunächst wird Andreas Bartl, Vorstand German Free-TV bei ProSiebenSat.1, die Geschäftsführung von Sat.1 zusätzlich selbst übernehmen. Bartl: "Sat.1 ist unser wichtigster, weil in der Zielgruppenansprache breitester und damit auch umsatzstärkster Sender. Verlässlichkeit sowie das Vertrauen unserer Zuschauer und unserer Werbekunden haben höchste Priorität. Deshalb werde ich den Sender bis auf weiteres persönlich leiten."

Foto: ProSiebenSat.1Andreas Bartl dankte Bolten für dessen "wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung der Senderfamilie". Er habe "Sat.1 im Jahr des Umzugs nach München und dem damit verbundenen Wandel stabil durch ein höchst schwieriges Marktumfeld geführt." Tatsächlich stand Sat.1 beim Amtsantritt Boltens am Abgrund: Die Stimmung in der Belegschaft war angesichts des bevorstehenden Umzugs nach Unterföhring im Keller, das Image in der Öffentlichkeit ramponiert, die Quoten dümpelten bereits seit Jahren unter der 11-Prozent-Marke vor sich hin.

Obwohl ProSiebenSat.1 einen Sparkurs ausgerufen hatte, durfte Bolten aber kräftig investieren. Er landete mit der Verpflichtung von Oliver Pocher und Johannes B. Kerner spektakuläre Personal-Coups, belebte die Marke "ran" wieder, startete eine neue Daily Soap und verpasste dem Sender ein neues Design. Ein glückliches Händchen bewies er dennoch nicht: Die Quoten blieben mies, am Vorabend sind die Probleme größer als zuvor und die Neueinkäufe Pocher und Kerner tun sich ebenfalls sehr schwer. Der Jahresmarktanteil stagnierte 2009 bei 10,8 Prozent auf dem Vorjahreswert - etwas mehr dürfte man sich bei ProSiebenSat.1 dann doch erwartet haben.

"Ich bedanke mich beim gesamten Sat.1-Team für die hervorragende Arbeit und den Zusammenhalt während des schwierigen Übergangs von Berlin nach München. Sat.1 ist nach der Restrukturierung programmlich für die Zukunft gut gerüstet", so Guido Bolten zu seinem Abschied. Wie üblich bei solchen Trennungen soll Bolten ProSiebenSat.1 in den nächsten Monaten noch als Berater verbunden bleiben.

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