Sky-Vorstandsvorsitzender Brian Sullivan © Sky
Kehrtwende

Sky-Chef Sullivan wünscht sich Eigenproduktion

von Thomas Lückerath
05.05.2010 - 01:09 Uhr

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Die Überraschung kam beim Gespräch beinahe beiläufig, aber durch mehrere Nachfragen bestätigt: PayTV-Anbieter Sky will in die Eigenproduktion einsteigen. Auf diese Kehrtwende wartet die deutsche Produzentenlandschaft seit vielen Jahren.

Sky"Denk‘ ich an HBO, dann muss man die USA auch um das PayTV beneiden. Ich wünsche mir immer noch ein stärkeres Premiere, das sich auch in diese Richtung bewegt", sagte etwa TV-Produzent Nico Hofmann vor einiger Zeit im DWDL.de-Interview und stand damit in der Produktionsbranche und darüber hinaus nicht alleine da. Wie oft schon wurde HBO mit seinen Kultserien als Vorbild genannt. Doch das Thema Eigenproduktionen wurde in Unterföhring über Jahre abgelehnt.

Umso überraschender kam daher am Dienstag bei einem Gespräch am Rande der ANGA Cable in Köln die Ankündigung des neuen Sky-Vorstandschefs Brian Sullivan, in Deutschland in die TV-Produktion einsteigen zu wollen. Das sei auch wegen des Vorlaufs solcher Projekte natürlich kein Thema für 2010, aber spätestens in der zweiten Hälfte 2011 will Sullivan "local original content" auf Sendung sehen. Konkrete Gespräche gebe es noch nicht. Aber es sei ihm ein wichtiges Anliegen und Produzenten könnten gerne bei ihm anklopfen. Mit dem ihm eigenen Humor ergänzt er allerdings: Vor seiner Tür sei derzeit aber viel los.
 

 
Um Missverständnisse auszuräumen bestätigte ein Sky-Sprecher am Dienstagnachmittag auch noch einmal, dass mit den angedachten Eigenproduktionen keine kleinen Magazine gemeint sind, wie sie immer schon mal als Lückenfüller einen Platz im Programm gefunden haben. Es gehe hier etwa um fiktionale Produktionen. Und Sullivan selbst bekräftigt die Entscheidung: Es habe noch kein PayTV-Sender funktioniert, der sich nicht mit eigenen lokalen Produktionen am Markt positioniert habe, so der Sky-Chef. Auch in Großbritannien spielen Eigenproduktionen etwa bei Sky One inzwischen eine große Rolle.

Die Kehrtwende ist Musik in den Ohren der deutschen TV-Produzenten. Nicht wenige teilen seit Jahren die Ansicht, die Teamworx-Chef Hofmann noch zu Premiere-Zeiten im DWDL.de-Interview äußerte: "Da gibt es viele Möglichkeiten, Premiere bei Eigenproduktionen in die Pole Position zu bringen. Auch mit seriellen Produktionen. Dabei hat Premiere meiner Meinung nach nur eine Chance, wenn sie sich an HBO orientieren - also Ausnahmefernsehen zeigen, das nicht gekauft, sondern selbst produziert wird. HBO ist auch als Abspielstation gestartet und hat rechtzeitig erkannt, welchen Weg man gehen muss."

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