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"Tief enttäuscht"

WDR trennt sich nach PR-Beitrag von Redakteur

von Alexander Krei
14.05.2010 - 11:45 Uhr

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Über ein halbes Jahr nach der Ausstrahlung einer Doku hat sich der WDR von einem Redakteur getrennt, nachdem Zweifel an dessen Unabhängigkeit auftauchten. WDR-Intendantin Piel sprach von einem "Vertrauensbruch".

Logo: WDRDer Westdeutsche Rundfunk (WDR) trennt sich mit sofortiger Wirkung von einem Redakteur und Autor aus dem Programmbereich Politik und Zeitgeschehen Fernsehen. Zugleich seien arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet worden, teilte der Sender mit.

Der WDR sieht es nach eingehender Prüfung als erwiesen an, dass der Mitarbeiter als Autor des ARD-Features "Heilung unerwünscht: Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern" gegen Programmgrundsätze verstoßen und falsche Angaben gegenüber dem WDR gemacht hat. Bereits kurz nach der Ausstrahlung hatte die Sendung für Wirbel gesorgt.



Sie befasste sich mit der Geschichte einer Hautcreme, die bei Beschwerden wie Neurodermitis und Schuppenflechte ohne schwere Nebenwirkungen zu helfen verspricht. Hauptthese des Autors war, dass Pharmaunternehmen die Markteinführung des Mittels verhinderten. Neben inhaltlicher Kritik an dem Film wurden auch Zweifel an der Unabhängigkeit des Autors laut, da er kurz nach der Ausstrahlung des Films ein Buch zu demselben Thema veröffentlichte.

Nachdem eine formelle Programmbeschwerde erhoben wurde, habe es im WDR-Rundfunkrat eine "intensive Diskussion" gegeben hieß es. Intendantin Monika Piel hat zur Aufklärung von Vorwürfen die interne Revision einbezogen. Die Prüfung ergab nun, dass der Mitarbeiter seine unmittelbaren Vorgesetzten, die Fernsehdirektorin und die Intendantin und damit mittelbar auch die Gremien wiederholt über den Zusammenhang von Sendedatum und Buchveröffentlichung getäuscht und in einer dienstlichen Erklärung falsche Angaben gemacht hat.

"Ich bin tief enttäuscht über den Vertrauensbruch. Für mich ist dadurch die Grundlage für eine Zusammenarbeit entfallen", so Piel. "Es muss klar sein, dass unsere journalistische Unabhängigkeit nicht verhandelbar ist und dass der WDR ein solches Fehlverhalten nicht duldet. Es hat sich aber auch gezeigt: Unsere Prüfmechanismen und die Gremienkontrolle funktionieren."

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