Die großen TV-Sender in Deutschland © DWDL/Photocase
Lustiges im Fernsehen

Zuschauer unterfordert? Neuer Mut zum Tiefgang

von Jochen Voß
15.10.2010 - 12:16 Uhr

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Haben die Fernsehmacher ihr Publikum zu lange unterfordert? Während einer Fachtagung zum Thema TV-Comedy ging es um die Möglichkeit, sein Publikum mit Tiefe zu unterhalten.

Dr. Eckart von Hirschhausen
© NDR/Uwe Ernst
Eine Ergebnis der Tagung der Grimme Akademie rund um lustige Programme am gestigen Donnerstag in Köln: Es wird im Fernsehen immer mehr zu lachen geben. Allerdings nicht zwangsläufig unter dem Label Comedy. Während Programme mit diesem Genre-Etikett vielleicht derzeit nicht mehr durchweg so stark sein mögen, wie noch vor einigen Jahren - zu Zeiten, als Sendungen wie "RTL Samstag Nacht" und die "Wochenshow" bei Sat.1 große Erfolge feierten -, so durchdringt der Humor mittlerweile immer mehr Progammbereiche.

In vielen Sendungen - von Magazinen, über Dokus bis hin zu Talk und Fiction - hält seit Längerem eine neue Witzigkeit Einzug. So ist zum Beispiel der "Tatort" aus Münster, der mit jeder Menge Klamauk aufwartet, der mit Abstand erfolgreichste Ableger der Reihe. Es ware zudem vergnügliche Serien wie "Doctor's Diary", "Mord mit Aussicht" und "Danni Lowinski", die das Ende der Innovationskrise der deutschen Fiction annoncieren. Nicht zuletzt wird diese Entwicklung auch verstärkt durch die Tatsache, dass sich immer mehr Autoren von der Comedy hin zur Fiction verlagern.

Im Talk erschließen sich die Redaktionen mit schrägen Konzepten rund um Figuren wie Ina Müller, Kurt Krömer und Erwin Pelzig einen neuen Zugang zu den sonst immergleichen Gepsrächsgästen mit ihren zum Teil glattgebügelten Sprechblasen. Eine Entwicklung, die Eckart von Hirschhausen - Moderator, Comedian und Autor - nur begrüßen kann. "Die Unterteilung in Genres ist etwas, an das die Sender glauben, aber nicht die Zuschauer", sagte er während der Tagung.

"Das Hirn unterscheidet ja auch nicht zwischen E- und U-Musik, sondern zwischen Musik, die ich mag oder nicht mag", erklärte der gelernte Mediziner. Er sei sehr stolz auf seine ARD-Sendung "Das fantastische Quiz des Menschen", da sie belege, dass es gelingen kann das Publikum auch mit inhaltlicher Tiefe zu unterhalten. "Vielleicht haben wir die Zuschauer zu lange unterfordert", so von Hirschhausen. Es lasse sich derzeit insgesamt wieder eine Rückkehr zu Inhalten mit einer gewissen Tiefe erkennen, stellten die Diskutanten in Köln fest.

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