Mit Beginn des neuen Jahres wird Arte mit einem neuen Programmschema auf Sendung gehen, doch schon jetzt regt sich dagegen Widerstand. Am Rande eines deutsch-französischen Koproduktionstreffens in La Rochelle haben sich die AG Dokumentarfilm und zwei befreundete französische Produzentenverbände mit der Reform beschäftigt und sich auf eine gemeinsame Erklärung verständigt.

"Anders, als es die offiziellen Verlautbarungen glauben machen wollen, sehen wir die Programmreform als ein Alarmzeichen, denn aus unserer Sicht beschleunigt sie den Trend zur Beliebigkeit und die bereits vor zwei Jahren begonnene schleichende Verabschiedung von den Gründungsideen, die den Kulturkanal aus allen anderen Fernseh-Angeboten herausheben", heißt es in der Stellungnahme.

Mann beobachte die aktuelle Programmpolitik des deutsch-französischen Kultursenders mit wachsender Sorge. Durch die gerade erst beschlossene Neuordnung habe der Trend zur Popularisierung des Arte-Programms einen neuen Höhepunkt erreicht, so die Dokumentarfilmer. Und weiter: "Arte wurde gegründet, um das Zusammenwachsen der Völker und Kulturen Europas zu stärken. Heute, zwanzig Jahre danach, durchlebt dieses Europa eine seiner schwersten Krisen. In dieser Situation gewinnen die Gründungsideen von Arte ganz neue Aktualität und eine enorme Bedeutung."

Wie das neue Programmschema aussehen wird, steht indes noch gar nicht fest - in einer vor wenigen Tagen verbreiteten Mitteilung hielt sich Arte noch weitgehend bedeckt. Bislang ist lediglich bekannt, dass das Schema künftig mit thematischen Farben für den jeweiligen Sendetag eine klare Orientierung bieten möchte. So soll es am Wochenende eine betont kulturelle Note geben, während unter der Woche etwa ein Investigations-Abend, ein Fiction-Abend oder auch
ein Autorenabend mit Dokumentar- und Kinofilmen eingerichtet werden sollen.