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Mal wieder Ende gefordert

Kinderschutzbund vs. "Super Nanny", nächster Teil

von Uwe Mantel
05.10.2011 - 18:01 Uhr

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Schon seit der ersten Staffel fordert der Kinderschutzbund ein Ende der Sendung "Die Super Nanny". Neuester Aufreger war die Folge vom 14. September, in der zu sehen war, wie Kinder gewalttätigen Übergriffen der Mutter ausgesetzt waren.

Seit 2004 zeigt RTL bereits die "Super Nanny" - und genauso lange geht der Deutsche Kinderschutzbund gegen das Format auf die Barrikaden. In einem Offenen Brief an RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel vom 5. Oktober forderte der Kinderschutzbund-Bundesverband nun erneut die Einstellung des Formats. Man habe "mit Entsetzen zur Kenntnis genommen", dass "wiederholt Kinder vor laufender Kamera in Situationen der Erniedrigung und Hilflosigkeit zur Schau gestellt wurden."

Besonders die Sendung vom 14. September lässt die Wellen hoch schlagen. Darin war zu sehen, wie Kinder gewalttätigen Übergriffen der Mutter ausgesetzt waren. Der Kinderschutzbund moniert, dass weder das RTL-Filmteam noch Katia Saalfrank selbst in das Geschehen eingegriffen und dit tätlichen Angriffe beendet hätten. Die Ausstrahlung einer derartigen Folge sei "unverantwortlich", das Verhalten Saalfranks und des Teams "strafrechtlich relevant". "Das wiederholte und mit dramatischer Musik unterlegte Zeigen von Gewalt gegen ein Kind dient nicht der von RTL behaupteten 'Aufklärung', sondern stellt eine Entwürdigung des Kindes dar."

Bei RTL bestreitet man diese Vorwürfe. Saalfrank habe sehr wohl direkt eingegriffen, um weitere Schläge und Demütigungen zu verhindern und zudem das Jugendamt eingeschaltet, "dessen Arbeit erst durch mehrfaches Drängen von Frau Saalfrank und ihrem Team und die Ausstrahlung eine Dynamik aufnahm". Letztlich habe also die Ausstrahlung erst dazu geführt, dass überhaupt etwas passiert sei. Katia Saalfrank selbst sagte zu dem Vorwurf: "Die Ausstrahlung hat ganz klar dazu geführt, dass endlich überhaupt etwas passiert ist und das Augenmerk auf das Wohl der Kinder gerichtet wurde. Es stimmt nicht, wenn das Jugendamt behauptet, dass die Kinder seit April fremd untergebracht waren, dies geschah erst kurz vor der Ausstrahlung! Auch ist es nicht wahr, dass Gespräche mit der Mutter zur Trennung von den Kindern bereits vor meiner Arbeit liefen! Im Gegenteil! Die Situation vor Ort im März 2011 war - wie Sie in den Aufnahmen sehen konnten - katastrophal und für die Kinder nicht tragbar. Ich habe sofort eingegriffen, die Gewalt unterbunden und bin mit meinem Team zum zuständigen Jugendamt gegangen. Eine Kamera war nicht gewünscht, was wir - übrigens auch in weiteren Gesprächen - respektiert haben."

Diese Einlassung Saalfranks und die Kritik am Jugendamt wiederum weist der Kinderschutzbund als "zynisch" zurück. "Durch eigenes Eingreifen hätte Frau Saalfrank Schläge und weitere Demütigungen verhindern können. Auch ist die Behauptung irreführend, durch die Ausstrahlung der Folge zur Aufklärung und zu einem Handeln des Jugendamtes beigetragen zu haben. Das Jugendamt hätte auch dann eingeschaltet werden können, wenn das Kamerateam und Frau Saalfrank den Dreh abgebrochen hätten und eingeschritten wären. Eine Zeugenaussage ist insoweit durchaus ausreichend, weitere Filmaufnahmen völlig überflüssig."

RTL sieht sich hingegen weiter zu Unrecht in der Kritik: "Täglich erfahren viele Kinder hinter geschlossenen Türen diese oder ähnliche Misshandlungen – das darf nicht verschwiegen und weiter tabuisiert werden. Es kann sich nichts verändern, wenn wir nicht hinschauen. Wenn wir jetzt darüber diskutieren, ob die Offenlegung einer Misshandlung von Kindern im Fernsehen nicht angemessen ist, dann verschließen wir die Augen und schauen weg, vergessen diese Kinder, die Hilfe brauchen, bagatellisieren und tabuisieren!"

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