Mitte des Monats kündigte das ZDF völlig überraschend an, die jahrzehntelange Kooperation mit der ARD bei den Nachrichtensendungen im Vormittagsprogramm zum Jahresende aufzukündigen und stattdessen eigene "heute"-Sendungen zu produzieren. Damit wolle man dafür sorgen, dass die "heute"-Redaktion bei wichtigen Ereignissen schon vormittags schneller reagieren könne. Möglich sei das alles allein durch Umschichtungen und ohne Mehrkosten. Gekürzt wird etwa die Sendezeit der "heute"-Ausgaben um 12 und 17 Uhr.
Dass man bei der ARD für diese Entscheidung wenig Verständnis hat, wurde schon kurz nach der Ankündigung deutlich. Auf der Intendanten-Sitzung in Bremen wurde das nun noch einmal bekräftigt. Die ARD-Vorsitzende Monika Piel kündigte im Anschluss an, noch einmal einen Brief an ihren ZDF-Kollegen Markus Schächter zu schreiben, in dem sie appellieren werde, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken. Und auch auf einer weiteren Ebene wendet sich die ARD ans ZDF: Ruth Hieronymi, die Vorsitzende der ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz, sagte, sie werde sowohl an den Fernseh- als auch an den Verwaltungsrat des ZDF appellieren und bitten, das Prinzip der Kooperation doch weiter zu verfolgen.
Sollte es bei der Aufkündigung der Kooperation bleiben, befürchtet man bei der ARD "deutliche Mehrkosten", so Monika Piel. Die ARD würde dann wohl die Vormittags-Nachrichtensendungen ebenfalls selbst produzieren. Eine endgültige Entscheidung habe man aber vertagt, um die Antwort des ZDF auf die erneuten Appelle abwarten zu können. Nötig sei eine Eigenproduktion der Nachrichten dann aber, weil das ZDF um 10 Uhr gar keine "heute"-Sendung produziert und die Ausgabe um 12 Uhr kürzen werde. Eine solche Kürzung würde aber nicht dazu passen, dass die ARD das Jahr 2012 zum "Jahr der Information" machen will.
Im kommenden Jahr plant die ARD nämlich, diese ureigene Kernkompetenz in den Mittelpunkt zu stellen und will neue Reportagen und Doku-Reihenstarten. Besonderes Augenmerk liege im kommenden Jahr dabei auch auf den Themen Ukraine und Polen, wo die Fußball-EM stattfinden wird. Allerdings will sich die ARD auch abseits des Sports diesen Ländern widmen. Die schon traditionelle ARD-Themenwoche widmet sich im November 2012 dem Thema "Leben mit dem Tod". Federführend sind die Sender RBB und MDR.
Fest eingeführt werden Label für die Dokumentations-Sendeplätze. Montags um 22:45 Uhr laufen ab Januar unter dem Titel "Die Story im Ersten" aktuelle Dokumentationen und Reportagen zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen in einer Länge von jeweils 45 Minuten. Danach haben geschichtliche Stoffe um 23:30 Uhr ihren Sendeplatz. Damit hat sich auch der spekulierte Wechsel von Beckmann zurück auf den Montag erst einmal erledigt. "Dazu gibt es keine neue Beschlusslage", so Volker Herres am Mittwoch in Bremen und fügte mit Blick auf den entsprechenden "Spiegel"-Bericht vom Wochenbeginn an: "Die Gedanken sind frei."
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