Zwei Jahre stand Philipp Jessen an der Spitze von Bauers Jugend-Flaggschiff "Bravo", nun verlässt er zum Ende des Monats den Verlag - auf eigenen Wunsch, wie es in einer Mitteilung heißt. Jessen wolle sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen.

Jessen lässt die "Bravo" in keiner guten Verfassung zurück. Innerhalb der zwei Jahre unter seiner Führung als Chefredakteur sackte die verkaufte Auflage von rund 512.000 auf 327.000 Exemplare ab - so wenig wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Auch die erst am Mittwoch veröffentlichten Media-Analyse brachte für "Bravo" eine neue Hiobsbotschaft: Die Reichweite brach um 12,7 Prozent ein und lag nur noch knapp über der Millionen-Marke.

Auf den Nachfolger Jessens, der neben "Bravo" auch für "Twist" und "Yeah" verantwortlich zeichnete, wartet also viel Arbeit. Wer den schwierigen Job dauerhaft übernehmen soll, steht noch nicht fest und soll erst in den nächsten Wochen entschieden werden. Die kommissarische Leitung übernimmt nun aber erst einmal der stellvertretende Chefredakteur Alex Gernandt.