Schon Anfang des Jahres kündigte der WDR an, für dieses Jahr erneut einen sogenannten "Innovationstopf" mit 3 Millionen Euro bereitzustellen, mit dem die Entwicklung neuer Programm-Ideen gefördert werden soll. In der "WDR Print" zieht der Sender zudem eine positive Bilanz nach dem ersten Jahr. 17 Programmideen seien inzwischen bereits so weit gediehen, dass sie im Verlauf der nächsten Monate auf Sendung gehen können, mit dem "1Live Talk mit Frau Heinrich", der "Allerbesten Sebastian Winkler Show", "Westend - Fernsehen mit Zukunft" und dem Musik-Talk "Rockpalast: Backstage" sind vier Formate sogar schon on air. "Rockpalast Backstage", das derzeit montags zu wechselnden Anfangszeiten gegen 22 Uhr bei Einsfestival zu sehen ist, wird ab dem 18. März zudem sonntags um 0:15 Uhr auch im WDR Fernsehen laufen. Ebenfalls schon bekannt war der Plan, mit "Ein Tag Leben in NRW" ein ähnliches Projekt auf die Beine zu stellen wie der RBB mit "24 Stunden Berlin".

Daneben stehen noch eine Reihe weiterer Neustarts an. Dennis Gastman ist am 27. Februar um 23:15 Uhr in der ersten Ausgabe der "politische-satirischen Talk-Reportage" "Der Gastmann" zu sehen. Gastmann erhält in dem Format von Gruppen wie Schützenvereinen, Saunaclubs oder Briefmarkenfreunden eine Einladung auf deren Partys, wo er mit den Menschen dann mitfeiert und dabei über politisch brisante Themen diskutiert. In der Pilotfolge ist Gastmann beim Vereinsjubiläum des Fußball-Clubs Hellas Troisdorf und diskutiert "bei unanständig viel Ouzo und ausgelassenem Sirtaki" mit den Deutsch-Griechen über die Schuldenmentalität in deren Heimat und die Berichterstattung über die "Pleitegriechen". Dabei sind jeweils auch prominente Gäste, bei der ersten Sendung etwa Börsen-Experte Dirk Müller und das Satire-Duo Dennis und Jessko, das den Song "Scheiß Prognosen aus Athen" zum Besten geben wird.

Noch im Frühjahr produziert werden soll "Die Nacht der Peinlichkeiten". Gayle Tufts versucht in dem Promitalk die Jugendsünden prominenter Gäste ans Licht zu bringen. In der Show "Das glaub ich ja nicht" geht es darum, den Wahrheitsgehalt von Geschichten, Anekdoten oder Behauptungen etwa aus der Welt der Popmusik oder des Sports herauszufinden. Die Show ist als 45-minütige Variante für das WDR Fernsehen und als 30-Minuten-Fassung für Einsfestival geplant.

Länger warten muss man auf zwei weitere Produktionen. Nicht vor Ende 2013 soll es das "multimediale Kino-Film-Projekt" "Wer ist Thomas Müller?" auf den Bildschirm schaffen. Darin will man sich auf die Suche nach dem Phantom des Durchschnittsdeutschen begeben. Letztlich soll ein 90-minütiger Dokumentarfilm entstehen. Geplant ist außerdem das Kammerspiel "Im Verhör. In acht Folgen soll die Geschichte einer Entführung erzählt werden - und das nur anhand eines Verhörs. Damit reduziere man die Handlung "auf die psychologisch spannendsten Teile des Krimis", heißt es in der Beschreibung. Einen Sende-Termin gibt es hier noch nicht.

Auch Idee für WDR.de wurden aus dem Innovationstopf gefördert. So soll eine maximal zehnminütige Kurz-Sportschau im Web die wichtigsten Sport-Ereignisse und -Gesprächsthemen des Tages zusammenfassen. Geplant ist auch das Projekt "DigIT": Junge Leute sollen die Film- und Bild-Archive der Eltern und Großeltern durchsuchen und erklären, was sie für so wichtig halten, dass es digitalisiert werden muss. Aus diesen Vorschlägen wählt wdr.de dann geeignetes Material aus, hilft bei der Digitalisierung und macht es online zugänglich. Letztlich erhofft man sich "ein einzigartiges zeitgeschichtliches Dokument, das NRW im Wandel der Zeiten aus der Sicht seiner Bewohner zeigt".

Angesichts der Ausbeute zeigte sich WDR-Intendantin Piel zufrieden: "Das Geld ist gut angelegt. ich freue mich, dass die bereitgestellten Mittel so viel zusätzliche Kreativität bei den Programmmachern freigesetzt haben." Fernseh-Direktorin Kulenkampff lobte den Innovationstopf als "wirksamen Impuls und Anreiz für die Erneuerung des Programms". Er eröffne ein Testfeld, aus dem man für die "langfristig angelegte Programmentwicklung Erkenntnisse erwarten".