ARD-Talkshows © ARD/Marco Grob
Von Assauer bis Münchhausen

ARD-Talks: Reichlich Kurioses hinter den Kulissen

von Alexander Krei
22.02.2012 - 12:33 Uhr

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Gleiche Themen, gleiche Gäste: Die Redaktionen der fünf ARD-Talkshows kommen sich wie erwartet gerne mal in die Quere, wie einige nun bekannt gewordene Beispiele eindrucksvoll belegen. Nun soll es einen "Erfahrungsaustausch" geben.

Aus Quotensicht haben sich die Talkshows im Ersten zuletzt erholt, doch von Gelassenheit ist hinter den Kulissen offensichtlich wenig zu spüren. Die "Frankfurter Rundschau" berichtet, dass das zur Vermeidung von Konflikten zwischen den verschiedenen Talk-Redaktionen eingerichtete Portal "1Talk5" regelmäßig Kopfschütteln hervorruft. Besonders zwischen der Redaktion von "Günther Jauch" (NDR) und jener von Frank Plasbergs "Hart aber fair" (WDR) scheint es desöfteren Auseinandersetzungen zu geben.

Besonders im Umfeld der vom WDR verantworteten "Markencheck"-Reihe soll es mächtig rumort haben. So setzte Günther Jauch im Januar nur einen Tag vor der Ausstrahlung des "Markenchecks" zu McDonalds auf das Thema "Deutschland XXL - Brauchen wir Steuern auf Dickmacher?". Laut "Frankfurter Rundschau" soll sogar ein McDonald's-Sprecher seinen Auftritt bei Jauch bereits zugesagt haben - auf Druck der ARD, so heißt es in dem Bericht, habe Jauchs Redaktion ihn schließlich jedoch wieder ausgeladen.

Zudem soll die Jauch-Redaktion am Abend vor dem H&M-"Markencheck" das Thema "Mode vom Discounter - wer bezahlt den Preis für die Klamotten?" geplant haben - letztlich zog Jauch jedoch die Debatte um den inzwischen zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff vor, sodass Plasberg schließlich im Anschluss an den "Markencheck" über billige Mode debattieren konnte. Doch auch sonst fördert die Gäste- und Themendatenbank der fünf Talk-Redaktionen reich Kurioses zu Tage. So soll Anfang Februar Alzheimer ein Alternativ-Thema bei Jauch gewesen sein - mit Rudi Assauer als Gast.

Nachdem daraus nichts wurde, soll die Redaktion von der inzwischen auf den Mittwochabend geschobenen Talk-Kollegin Anne Will für den Rest des Monats bei gleich drei Sendungen das Thema Alzheimer eingetragen haben. Als einziger Gast der drei Sendungen waren die Namen Rudi Assauer, Rudolf Assauer und Rudolf "Rudi" Assauer eingetragen. Ähnlich kurios agierte auch Frank Plasbergs Redaktion, als sie laut "FR" Anfang Dezember das Thema "Jetzt sage ich endlich die Wahrheit" plante. Angefragte Gäste: "Helmut Kohl, Alice Schwarzer, Juliane Weber, Jörg Kachelmann, die Barone zu Guttenberg und Münchhausen".

Für Aschermittwoch hat ARD-Chefredakteur Thomas Baumann, dessen Aufgabe es zugleich ist, die Talkshows zu koordinieren, Vertreter aller fünf Talkshows nach München eingeladen - offiziell ist übrigens lediglich von einem "Erfahrungsaustausch" die Rede.

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