Georg Mascolo © SpiegelGruppe
Mascolo gegen Müller von Blumencron?

"Spiegel"-Chefredaktion streitet um Bezahlschranke

von Alexander Krei
20.04.2012 - 09:52 Uhr

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Die "Spiegel"-Führung streitet einem Bericht zufolge um die künftige Online-Strategie. Chefredakteur Georg Mascolo macht sich für eine Bezahlschranke bei "Spiegel Online" stark - und sieht sich deutlichem Gegenwind ausgesetzt.

Beim "Spiegel" herrscht offenbar ein Machtkampf, bei dem es besonders um die Strategie des Online-Angebotes geht. Der Branchendienst "Horizont" berichtet von einer Konferenz, an der unter anderem Chefredakteur Georg Mascolo, Digital-Chef Mathias Müller von Blumencron sowie "Spiegel"-Geschäftsführer Ove Saffe teilgenommen haben. Dabei sollen Mascolo und Müller von Blumencron "massiv aneinander geraten" sein, heißt es - Streitpunkt war dabei die Frage, welchen Weg "Spiegel Online" in Zukunft einschlagen soll.

Mascolo macht sich offenbar dafür stark, das Online-Angebot kostenpflichtig zu machen, aus Sorge um die bröckelnde Auflage des gedruckten "Spiegel". Das wäre insofern ein mutiger Schritt, weil "Spiegel Online" zuletzt fast ein Drittel der Werbeerlöse der Marke erzielte und somit zu einem wichtigen Standbein geworden ist. Das Problem: Wie sich Angebote dieser Art künftig am Markt behaupten werden, ist auch hinsichtlich schlechter zu vermarktender Mobil-Angebote fraglich.

Geschäftsführer Ove Saffe soll sich dem "Horizont"-Bericht zufolge klar positioniert haben - und zwar zugunsten von Müller von Blumencron. Beide fürchten, dass "Spiegel Online" durch die Einführung einer Bezahlschranke zu einer Art Nischenangebot verkommen könnte. Der Verlag führe keinen Paid Content ein, um Print zu schützen, sondern höchstens, sofern Bezahlinhalte in ferner Zukunft mal ein eigenes Modell hergeben, argumentierte Soffe. Mascolo steht somit recht allein auf weiter Flur, denn auch der Hauptgesellschafter Mitarbeiter KG soll für eine Fortführung der bisherigen Strategie sein. Einzig einige mächtige Print-Redakteure sollen im Falle der Bezahl-Forderungen auf der Seite des Chefredakteurs stehen.

Sogar von einer Ablösung Mascolos ist bereits die Rede - für Kritik sorgt dabei angeblich auch dessen Amtsführung. Doch das ist beim "Spiegel" nichts Neues, sah sich doch auch Vorgänger Stefan Aust nur allzu oft deutlicher Kritik ausgesetzt. Eine "Spiegel"-Sprecherin dementierte allerdings Diskussionen über eine mögliche Ablösung des Chefredakteurs oder eine Neuordnung der Chefredaktion.

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