Die "Tagesschau" sei zwar "erstklassig gemacht", aber schon allein aufgrund ihrer Laufzeit von nur 15 Minuten "zu kurz, um das Weltgeschehen adäquat abzubilden", so der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen gegenüber dem "Spiegel". Auch aus diesem Grund würden dort deutsche Ereignisse dominieren, gelegentlich selbst dann, wenn es sich "zweitklassige Ereignisse" handle.

"Ich halte das für bedenklich", so Pleitgen weiter. "Der Blick durch die nationale Brille fördert nationalistisches Denken. Deutschland als Nabel der Welt, das geht auf Dauer ins Grundwasser des politischen Bewusstseins." Deutschland brauche eine Sendung, die "umfassende Weltnachrichten" liefere und somit das ganze Bild liefere. In der Lage seien ARD und ZDF dazu:  "Das Korrespondenennetz dafür ist vorhanden."