Die ARD wehrt sich gegen Kritik des Privatsenderverbandes VPRT an der geplanten Online-Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen zu den Olympischen Spielen in London. "Abgesehen davon, dass die Reaktionszeit des VPRT-Präsidenten nicht eben medaillenverdächtig ist, unterliegt er einer völligen Fehleinschätzung der realen Kosten", sagte Walter Johannsen (NDR), Chef des ARD-Olympiateams hämisch.
Die Übertragungen aus London seien günstiger als jene aus Peking vor vier Jahren. Dazu trage auch das Online-Angebot bei. "Es verursacht deutlich weniger Aufwand als früher die Bespielung der Digitalkanäle", so Johannsen. "Durch die effektive Nutzung unserer erworbenen Rechte bieten wir allen Sportinteressierten einen zusätzlichen Service." Zugleich betonte der ARD-Teamchef, dass bislang kein VPRT-Mitgliedssender von der Möglichkeit der Sublizenzierung Gebrauch gemacht habe.
Das zeitlich begrenzte Online-Angebot sei zudem juristisch geprüft, "es gibt keine rundfunkrechtlichen Bedenken". Letzteres ist auch dem VPRT bekannt. In den verabschiedeten Telemedienkonzepte seien zwar allgemein Video-on-Demand-Angebote zu Sportereignissen genehmigt, teilte der Verband am Dienstag mit. Einen Umfang von 900 Stunden könne man dadurch aber nicht ohne weiteres legitimieren - genaue Gründe für diese Argumentation nannte der VPRT allerdings nicht.
Der VPRT hatte ARD und ZDF im Zusammenhang mit den Online-Plänen zu den Olympischen Spielen "Maßlosigkeit" vorgeworfen. "Als digitales Überlaufbecken fungieren jetzt nicht mehr wie in der Vergangenheit die Digitalkanäle", sagte VPRT-Präsident Jürgen Doetz. "Stattdessen werden einfach neue Angebote bzw. Programme im Internet lanciert. Hier kann es nicht einfach heißen: 'London Calling'. Vielmehr ist das Vorhaben von ARD und ZDF eine pure Provokation der Rechtsaufsicht."
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