Endemol-Geschäftsführer Marcus Wolter © Endemol
Serien, "Big Brother", Joko, Klaas

Wolter: "Was zählt, ist nicht die große Klappe davor"

von Alexander Krei
25.05.2012 - 13:08 Uhr

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In einem Interview hat sich Endemol Deutschland-Chef Marcus Wolter im Zusammenhang mit eigenproduzierten Pay-TV-Serien einen Seitenhieb gegen die Konkurrenz erlaubt. "Big Brother" kann er sich indes gut als Event-Show vorstellen.

Endemol Deutschland-Chef Marcus Wolter hält eine Rückkehr von "Big Brother" in kondensierter Form als Event-Show für denkbar. "Das kann ich mir absolut vorstellen", sagte er in einem Interview mit dem "kressreport". "Wir schielen keineswegs auf bestimmte Sendeplätze. 'Big Brother' hat sich verändert, seit es die Marke gibt", so Wolter und verwies darauf, dass sich das Format in anderen Märkten etwa mit prominenten Teilnehmern bewährt hat. Ähnlich hatte sich vor wenigen Tagen auch RTL II-Geschäftsführer Jochen Starke im DWDL.de-Interview geäußert.

"In Deutschland hat 'Big Brother' seit der ersten Staffel im Jahr 2000 eine solide Fanbase. Es gibt verschiedene Varianten in denen man 'Big Brother' machen kann, und ich würde nicht ausschließen, dass es 'BB' künftig nochmal geben wird", so Starke, der zugleich deutlich machte, dass "Berlin - Tag & Nacht" mindestens bis zum Jahresende auf dem einstigen "Big Brother"-Sendeplatz am Vorabend laufen werde. "Bis Jahresende planen wir um 19 Uhr mit 'Berlin - Tag & Nacht', und bei anhaltendem Erfolg werden wir natürlich mit entsprechendem Vorlauf entscheiden, ob wir es 2013 fortsetzen."

Marcus Wolter betonte nun, dass man sich mit RTL II "in guten Gesprächen" befinde. "'Big Brother' nimmt sich in Deutschland gerade ein Sabbatical. Es ist mehr als verdient und sinnvoll, um frisch und erfolgreich zurückzukommen." Doch bei Endemol hat man inzwischen auch Fiction-Formate im Blick - so wie etwa die die Pay-TV "Add a Friend", die man von Max Wiedemann und Quirin Berg für TNT Serie produzieren lässt. Auf die Frage, ob es ein Thema sei, dass Sky bereits seit geraumer Zeit mit der Ankündigung schwanger gehe, eine eigene Serie produzieren zu lassen, kommentierte Wolter etwas süffisant: "Keine schlechte Idee. Was zählt, ist aber die erste Klappe am Set und nicht die große Klappe."

Die Entwicklungs-Pipeline bei Wiedemann & Berg sei zudem vielversprechend. "Das Ziel ist, das serielle Geschäft mit Weeklies auszubauen", kündigte Wolter im "kressreport" an. Hoffnungen setzt Endemol aber auch auf Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, mit denen die Produktionsfirma derzeit bei "neoParadise" und zwei ProSieben-Shows zusammenarbeitet. Wolter unterstrich, dass "neoParadise" trotz der jüngsten Ankündigung von ProSieben, "mindestens bis Ende des Jahres die Homebase" beider Moderatoren bleiben wird. "Im Moment läuft beides parallel."

"Wetten, dass..?" ist dagegen für die Moderatoren offenbar gar kein derart großes Thema gewesen wie es den Anschein erweckte. "Bei allem Respekt und aller Freude über gute Schlagzeilen: Die Branche neigt zu Übetreibungen." Joko und Klaas seien nicht die einzigen Retter des deutschen Fernsehens, so Wolter. "Wetten, dass wir uns mit diesem Thema viel weniger beschäftigt haben, als die meisten denken? Joko und Klaas haben mit neuen, eigenständigen Formaten jede Menge zu tun. Beide stehen ja eher für progressives Fernsehen."

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