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Die Gewinner 2012 stehen fest

Deutscher Kamerapreis: Kreative Köpfe geehrt

von Thomas Lückerath
16.06.2012 - 21:51 Uhr

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Bereits zum 30. Mal wurde am Samstagabend in der Köln der Deutsche Kamerapreis verliehen. Ausgezeichnet wurden Leistungen in Kino- und Fernsehproduktionen. Die Verleihung gab gleichzeitig den Startschuss für das medienforum.nrw 2012.

Zehn Kameramänner und -frauen, Cutterinnen und Cutter wurden am Samstagabend in Köln mit dem Deutschen Kamerapreis 2012 für ihre herausragenden Leistungen in Bildgestaltung und Schnitt geehrt. Darüber hinaus wurden bei der von "Aspekte"-Moderatorin Katty Salié präsentierten Verleihung zwei mit jeweils 5.000 Euro dotierte Förderpreise sowie Internet-Preise für junge Talente vergeben. Den Ehrenpreis erhielt in diesem Jahr die Kamerafrau Judith Kaufmann, die u.a. an den Kinofilmen "Vier Minuten", "Die Fremde", "Elefantenherz" oder "Erbsen auf  halb 6" arbeitete. Der Wettbewerb in den diversen Kategorien habe in diesem Jahr ein "fast rekordverdächtiges Niveau erreicht", hieß es schon im Vorfeld. 450 Einreichungen wurden in diesem Jahr von den Jurys gesichtet, 35 Produktionen letztlich nominiert. 

Preisträger in der Kategorie Kamera/Kinospielfilm ist Markus Förderer für sein Spielfilmdebüt "Hell". Die Jury lobte seine innovative, außergewöhnliche Bildsprache unter Verwendung bescheidener finanzieller und technischer Mittel. Auch in der Kategorie Schnitt konnte der Science-Fiction-Thriller überzeugen, der Preis ging hier an den Cutter Andreas Menn. Der Kameramann Peter Zeitlinger wurde schon vielfach ausgezeichnet und war bereits für den Oscar nominiert - am Samstag erhielt er nun den Deutschen Kamerapreis für den Fernsehfilm "Verfolgt - Der kleine Zeuge". 2Die Jury hob die präzise Farbdramaturgie und abwechslungsreiche Kamerachoreographie, mit der er die verschiedenen Handlungsorte der Story um Mord und Korruption im Mafiamilieu verknüpft, hervor. Victor Kossakovsky wurde für seine Kameraarbeit in dem Dokumentarfilm "¡Vivan las Antipodas!", bei dem er auch für Regie und Schnitt verantwortlich ist, ausgezeichnet. Das filmische Experiment begibt sich an je zwei Orte, die sich exakt auf der gegenüberliegenden Seite der Welt befinden, um die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten  menschlichen Lebens auszuloten.

In der Kategorie Fernsehserie wurden Wolf Siegelmann und Simon Schmejkal für die Bildgestaltung der Serie "Allein gegen die Zeit: Elf Uhr" ausgezeichnet. Die prämierte Serienfolge überzeugte die Jury "durch atmosphärische Dichte, Dynamik und die Vielfalt der Einstellungen". Lotta Kilian, die erst in diesem Frühjahr ihren Abschluss machte, begleitete für ihren Kurzfilm "Wir sterben" ihre Großmutter in ihrer letzten Lebensphase, in der sie sich gedanklich auf den Tod vorbereitet. Dabei dokumentiere sie "existentielle Momente auf würdevolle und sensible Weise", so die Begründung der Jury. Sie erhielt den Deutschen Kamerapreis in der Kategorie Bester Kurzfilm/Kamera. Andreas Köhler war bereits zwei mal für den Deutschen Kamerapreis nominiert - in diesem Jahr hat es endlich geklappt: Für seine Kameraarbeit bei der Reportage "hier und heute: Der Kohlenmann" wurde er von der Jury ausgezeichnet. Es sei ihm gelungen die reduzierte Lebenswelt des "Kohlenmanns" authentisch einzufangen, ohne ihn in seiner Würde zu verletzen, so die Begründung.

Der Dokumentarfilm "Cinema Jenin - Geschichte eines Traums" schildert den mühevollen Prozess des Neuaufbaus im Westjordanland und die langsame Verwirklichung eines Traums von einem Kino zum Zeichen einer besseren Welt. Der Schnitt von Saskia Metten vergegenwärtigt aus Sicht der Jury durch "geschicktes Einbinden von Archivmaterial die politische Situation vonJenin und schaffe durch gekonnte Rhythmuswechsel den schwierigen Balanceakt zwischen Unbeschwertheit und Dramatik". Auch dafür gibt es einen Deutschen Kamerapreis. Die von der Film- und Medienstiftung NRW und Panasonic gestifteten Förderpreise gingen in diesem Jahr an Jan Mettler aus der Schweiz für seine Bildgestaltung bei dem Stummfilm "Eddy" sowie an Christian Stangassinger für den Kurzfilm "Silent River". Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Deutschen Kamerapreises wurde in diesem Jahr mit finanzieller Unterstützung der Stadt Köln außerdem der Internet-Preis kamera3030 verliehen, ein Förderpreis für junge Talente. Die Länge der eingereichten Kurzfilme und Videoclips durfte zwischen 30 Sekunden und drei Minuten liegen. 

Der Wettbewerb stand unter dem Motto "Der 30. Februar - ein Tag, den es niemals geben wird...". Die besten 30 Produktionen wurden durch ein Internetvoting ermittelt, die drei Preisträger schließlich durch das Kuratorium des Deutschen Kamerapreises bestimmt. Der erste Preis ging jetzt an Romek Watzlawik und Sebastian Glowinski für "Iterum". Der Clip umreißt den Zyklus eines ganzen Lebens in wenigen, ausdrucksstarken Bildern. Über den zweiten und dritten Preis dürfen sich Jonas Görtz für "Hammergeil" und Marcel Gothow für "Ein Tag, den es niemals geben wird" freuen. 

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