Thomas Baumann © ARD/Ralf Wilschewski
Baumann kritisiert Raab

ARD bleibt gelassen: Raabs Talk-Konzept "abwegig"

von Alexander Krei
10.09.2012 - 11:27 Uhr

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ARD-Chefredakteur Thomas Baumann hat angekündigt, die Herausforderung von Stefan Raab annehmen zu wollen. Dessen Polittalk-Konzept halte man aber dennoch für abwegig. Raab will indes jüngere Zuschauer für Politik begeistern.

Die Ankündigung der Politshow "Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen" mit Stefan Raab war am Sonntag ganz sicher eine der größten Überraschungen der vergangenen Monate - mit einem neuen Talk-Format auf dem prominenten Sendeplatz am späten Sonntagabend nach dem ProSieben-Blockbuster hat jedenfalls vermutlich niemand gerechnet. Dadurch wird Raab künftig also einmal im Monat mehr oder weniger gegen ARD-Talker Günther Jauch ins Rennen gehen.

"Wir nehmen die Herausforderung an", sagte ARD-Chefredakteur Thomas Baumann nun gegenüber der dapd. Zugleich fand er allerdings auch kritische Worte in Richtung Raab: "Das Konzept, Mehrheitsmeinungen mit Geldprämien zu belohnen, halten wir für abwegig." Es bestehe die Gefahr, dass Diskutanten einer vermuteten Mehrheitsmeinung hinterherhecheln. Dass das aber auch mitunter bei Sendungen wie "Günter Jauch" oder "Hart aber fair" der Fall ist, ließ Baumann dabei jedoch offen. Für ihn zählten dagegen nur persönliche Standpunkte und die Kraft der vorgetragenen Argumente.

Daraus bilde sich das Publikum schließlich seine Meinung. "Das ist unsere Währung", sagte der ARD-Chefredakteur. In Raabs im November startender Show haben die Zuschauer die Möglichkeit, telefonisch ihre Sympathien für die einzelnen Diskussionsteilnehmer zu bezeugen. Schafft einer von Raabs Gästen es am Ende, mehr als 50 Prozent der Zuschauerstimmen zu erringen, erhält er als Siegprämie 100.000 Euro - andernfalls wandert das Geld in einen Jackpot. Raab, der Politik für junge Zielgruppen wieder interessanter machen möchte, glaubt derweil an seine Idee: "Wenn einer wie der CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt bei uns 100.000 Euro abräumt, wäre er doch im Berliner Betrieb zwei Wochen lang King of Kotelett", sagte er im "Spiegel".

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