Das Supertalent © RTL / Andreas Friese
Tiefstapeln vor Gottschalk-Premiere

Sänger: "Selbst mit weniger wären wir zufrieden"

von Alexander Krei
14.09.2012 - 21:49 Uhr

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Mit Rekord-Quoten beim "Supertalent" wegen Thomas Gottschalks Verpflichtung rechnet RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger nicht. Es wäre schon "sensationell", einen ähnlichen Marktanteil wie im vergangenen Jahr zu erzielen.

RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger hat die Erwartungen an die neue "Supertalent"-Staffel trotz der Verpflichtung von Thomas Gottschalk heruntergeschraubt. "Ich fände es falsch, wenn wir die Quotenerwartungen auf die Schultern von Gottschalk legen würden. Ebenso wäre es auch völlig falsch zu denken, dass es nur dank Thomas Gottschalk eine noch bessere Quote gibt", sagte Sänger in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" und erinnerte daran, dass die Castingshow im vergangenen Jahr im Schnitt einen Marktanteil von 31 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe verzeichnete.

Das habe keine Unterhaltungsshow über vier Monate geschafft, so Sänger. "Es wäre aber verrückt zu glauben, dass wir diesen Rekord noch einmal toppen können, denn der Markt fragmentiert sich immer mehr." Ein Rekord war das genau genommen allerdings nicht - in den beiden Jahren zuvor war "Das Supertalent" nämlich noch populärer. Doch selbst mit dem Vorjahreswert wäre man diesmal zufrieden. Sänger: "Insofern wären wir sehr, sehr froh, wenn wieder einen ähnlichen Marktanteil erreichen würden. Das wäre sensationell. Ob sie es glauben oder nicht: Selbst mit etwas weniger wären wir noch immer sehr zufrieden."

An ein Ende von "Supertalent" oder "Deutschland sucht den Superstar" denkt Sänger indes nicht, auch wenn das Genre Castingshow inzwischen "in eine reife Phase gekommen" sei, wie der RTL-Unterhaltungschef im "Tagesspiegel"-Interview sagte. "Wir waren mit 'DSDS' und 'Supertalent' die Ersten, die zwei wirkliche Flaggschiffe bei den Castingshows etabliert haben. Deshalb wäre es dumm, als Erste wieder aufzugeben – denn wenn ein Format überlebt, dann meist das am längsten etablierte. Ich glaube fest daran, dass diese Marken weiterleben, wenn sie sich weiterentwickeln." Zudem sehe er am Horizont derzeit keinen ähnlich großen Trend wie Castingshows.

Dass die "Supertalent"-Auffrischung nun ausgerechnet durch einen 62-Jährigen gelingen soll, überrascht allerdings doch ein wenig. Und selbst Tom Sänger sieht bei Gottschalks Verpflichtung sowohl Chancen als auch Risiken. "Thomas Gottschalk ist von 23 ZDF-Jahren mit 'Wetten, dass..?' natürlich geprägt. Man kann es auch positiv sehen, dass Gottschalk jetzt in einem Format auftritt, in dem das Publikum ihn nicht erwartet hat. Ganz klar: Thomas Gottschalk geht auch mit uns ein Stück Risiko ein." Weil "Das Supertalent" von allen RTL-Shows die breiteste und älteste Zuschauerschaft anspreche, halte er es aber für möglich, dass auch ZDF-Zuschauer den Weg zu RTL finden, so Sänger.

Für Wirbel sorgte dagegen die Ankündigung, mit dem "Supertalent" am 6. Oktober auch gegen die Premieren-Sendung von Markus Lanz bei "Wetten, dass..?" senden zu wollen. Das liege jedoch in der Natur des wöchentlichen Formats. "Wenn man Zuschauer binden will, ist es sicher nicht sinnvoll, einem anderen Programm auszuweichen", erklärte Tom Sänger dem "Tagesspiegel". Er glaube allerdings, dass die ZDF-Show Anfang Oktober "sehr starken laufen" werde. "Ich gehe davon aus, dass das ZDF die Nase beim Gesamtpublikum vorne haben kann – wenn dort alles richtig gemacht wird. Und wir werden bei den jüngeren Zuschauern die Nase vorn haben – wenn wir alles richtig machen."

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