Mitte Dezember trat Ulrich Ende auf den Plan und kündigte an, gemeinsam mit anderen Investoren die insolvente Nachrichtenagentur dapd zu übernehmen. Knapp eineinhalb Monate später ist das Geschäft nun in trockenen Tüchern: Zum 1. Februar übernimmt die von Ende gegründete dapd Nachrichten Beteiligungs GmbH die Geschäftsbetriebe der insolventen dapd-Gesellschaften. Ein entsprechender Kauf- und Übernahmevertrag wurde am Montag unterzeichnet, am Dienstag wurden die Mitarbeiter und schließlich die Presse informiert. Über den genauen Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
"Wir haben es geschafft, die dapd in kurzer Zeit aus der Insolvenz zu übernehmen und ein verlässliches und gleichwertiges Angebot für die Kunden zu entwickeln. Dieses werden wir in Zukunft weiter verbessern", so Ulrich Ende, Geschäftsführer der neu gegründeten dapd Nachrichten GmbH, die am 1. Februar ihren Betrieb aufnehmen wird. Der Anspruch bleibt weiterhin der einer Vollagentur. Die dapd bietet künftig die Basisdienste Politik, Wirtschaft und Panorama, zwölf Landesdienste sowie Themendiensten und Auslandsberichte an. Fotodienste und Videoangebote runden das Angebot.
Auf Melanie Ahlemeier, die nach dem Ausscheiden von Cord Dreyer während der letzten Monate Chefredakteurin der Textdienste dapd war, muss die neue dapd künftig allerdings verzichten. Sie verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch, weil sie wieder stärker inhaltlich-thematisch arbeiten wolle. Eine neue Lösung werde Ende "rasch vorstellen", heißt es in einer Mitteilung. Insolvenzverwalter Köhler-Ma stellt nicht nur das schnelle Verlassen der Insolvenz heraus, sondern auch den Erhalt von 200 Arbeitsplätzen. "Nach den vielen Redaktionsschliessungen der letzten Monate in Deutschland konnten wir mit dapd ein Stück Qualitätsjournalismus erhalten, der zur journalistischen Vielfalt beiträgt und den Nachrichtenmarkt in Deutschland seit Jahrzehnten mit geprägt hat und nun auch weiter prägen wird."
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