Stefan Raab © ProSieben/Willi Weber
Stoibers "Wunsch" fürs Kanzlerduell

P7S1 macht Stimmung für Raab - und gegen Limbourg

von M. Pohlig / T. Lückerath
09.02.2013 - 11:09 Uhr

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Im Vorfeld der Bundestagswahl wird es in diesem Jahr auch wieder ein TV-Duell geben. Edmund Stoiber schlägt nun eine veränderte Besetzung vor und will für ProSiebenSat.1 Stefan Raab als Moderator ins Rennen schicken.

Am Abend präsentiert sich Stefan Raab auf ProSieben erstmals als Kopf einer Karnevals-Prunksitzung - dass er aber auch weitaus mehr als Klamauk kann und will, das hat er unter anderem mit der "TV total Bundestagswahl" und seinem Talk "Absolute Mehrheit" unter Beweis gestellt. Im aktuellen "Spiegel" wird er von Edmund Stoiber, dem Ehrenvorsitzenden der CSU, zu noch höheren Würden berufen: Raab solle doch im Spätsommer für ProSiebenSat.1 der Moderatoren des TV-Duells zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück werden.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" äußerte Stoiber, dass er es sich "gut vorstellen" könne, dass Stefan Raab als Vertreter von ProSiebenSat.1 hinter dem Moderationspult steht. Stoiber denkt dabei vor allem an die Mobilisierung junger Wähler. Sein Anspruch sei "wieder mehr junge Menschen mit Politik in Verbindung zu bringen. Da liegt es nicht fern, auch an Moderatoren zu denken, die die Jugend erreichen", so Stoiber gegenüber dem Nachrichtenmagazin.

Sorgen, dass Angela Merkel Vorbehalte gegen diesen Vorschlag hat, hat Stoiber nicht und verweist darauf, dass auch die Bundeskanzlerin ein Interesse daran haben müsse, "ein Publikum über das der klassischen Talkrunden von ARD und ZDF zu erreichen", so der CSU-Politiker, der vor acht Jahren selbst noch eine Einladung in Raabs Wahl-Talk ablehnte, was er heute eigenen Angaben zufolge aber nicht noch einmal tun würde. Und hier wird der Bericht des "Spiegel" erst richtig interessant.

Denn natürlich würde Edmund Stoiber heute eine Einladung von ProSiebenSat.1 nicht mehr ablehnen. Immerhin ist Stoiber seit Juli 2011 Vorsitzender des Beirates des TV-Konzerns, der die Sendergruppe in "wichtigen gesellschafts- und medienpolitischen Fragen" beraten soll. Wenn sich Edmund Stoiber also für Stefan Raab ausspricht, ist das weniger der CSU-Ehrenvorsitzende, der den Polit-Revoluzzer spielt als Lobbyist Stoiber. Bei ProSiebenSat.1 in Unterföhring freut man sich am Wochenende sicher über die hohe Verbreitung dieser Story.

Nur eins scheint man nicht bedacht zu haben: Das öffentliche Votum des eigenen Beiratsvorsitzenden für Stefan Raab ist gleichzeitig eine Demontage von Sat.1-Anchorman Peter Limbourg. Denn schließlich hat ProSiebenSat.1 auch schon bei den letzten Kanzlerduellen einen Moderator gestellt. Für Limbourg, der gerade erst Chefredakteurin Carina Teutenberg an die Seite gestellt bekommen hat, mit der er seinen Bereich der Nachrichten künftig koordiniert, wird das wie eine Ohrfeige wirken. Weil auch ihm klar sein wird, dass dies keine spontane Idee des CSU-Politikers Stoibers sondern eine strategisch platzierte Story war - forciert in Unterföhring.

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