Am Donnerstagabend wurde der CIVIS Medienpreis vergeben, mit dem Beiträge ausgezeichnet werden, "die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher nationaler, ethischer, religiöser oder kultureller Herkunft fördern", wie es im Statut heißt. Wie auch im vergangenen Jahr gehörten einzig öffentlich-rechtliche Produktionen zu den Preisträgern. Der Deutsche CIVIS-Fernsehpreis im Bereich Unterhaltung ging dabei an den "Tatortreiniger", genauer gesagt die Folge "Schottys Kampf", in der Bjarne Mädel alias Schotty sich unversehens in einem Raum voller Hitler- und NS-Erinnerungsstücken wiederfindet. Wie sich Schotty argumentativ gegen den Vorsitzenden des Nazi-Vereins zur Wehr setzt, zweige "ein leichtes, humorvolles Spiel mit subtilen und dynamischen Dialogen", heißt es in der Begründung der Jury.

Der Deutsche CIVIS-Fernsehpreis in der Kategorie Information ging an zwei Produktionen: Zum Einen den Arte-Themenabend "Das Terror-Trio. Warum die Behörden versagten" über die NSU-Morde und die Untätigkeit des deutschen Staats, zum anderen wurde die "Panorama"-Dokumentation "Vom Nesthäkchen zum Terroristen" des NDR ausgezeichnet. Darin sprachen die Eltern des Zwickauer Terroristen Uwe Böhnhardt erstmals im Fernsehen über ihren Sohn.

Auch beim Europäischen CIVIS-Fernsehpreis dominierten die deutschen Produktionen. Im Bereich Magazine/kurze Programme bis 10 Minuten wurde "Panorama 3: Ausländer raus! Hetze gegen Flüchtlingsheim" des NDR ausgezeichnet. Darin ging es um die Eröffnung eines Flüchtlingsheims in einem sozialen Brennpunkt und der offene Hass und die Drohungen, die den Flüchtlingen aus der Nachbarschaft entgegenschlugen. Im Bereich Information wurde die WDR-Doku "die story: Friedhof der Illegalen" ausgezeichnet. Sie handelt von der Situation der Migranten an der türkisch-griechischen Grenze, von denen viele beim Versuch, den Grenzfluss zu überqueren, ertrinken. Eine kleine muslimische Gemeinde kümmert sich dort um die Toten. In der Kategorie Unterhaltung gewann der polnische Fernsehfilm "Shameless".

Der CIVIS Radipreis 2013 ging im Bereich "lange Programme" an WDR 5 für "Privat Radio: Farid Vatanparast und sein Hang zu Liebesstützen" über einen Deutsch-Iraner, der mit 12 nach Deutschland kam und in Münster eine Boxabteilung aufbaute, in der vor allem benachteiligte Jugendliche eine Chance bekommen. Im Bereich "kurze Programme" wurde "Echo der Zeit: Meschugge Party - Jüdisches Leben in Berlin" des schweizer Radios SRF1 ausgezeichnet.