Studio D mit Peter Limbourg © DWDL
"Es fehlt ein Verständnis, wie wichtig Auslandsfernsehen ist"

Deutsche Welle: Intendant Limbourg will mehr Geld

von Thomas Lückerath
29.11.2013 - 01:11 Uhr

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Al Jazeera, Russia Today, France 24 - immer neue Nachrichtensender und das deutsche Auslandsfernsehen wurde „runtergespart“. Intendant Peter Limbourg fordert im Gespräch mit DWDL.de mehr Unterstützung der Politik - und mehr Geld für die Deutsche Welle.

Seit dem 1. Oktober ist Peter Limbourg neuer Intendant der Deutschen Welle - und zieht beim deutschen Auslandsfernsehen spürbar das Tempo an. Keine vier Wochen im Amt, kamen die ersten Personalentscheidungen. Neben einer Zusammenlegung von Zuständigkeiten folgte am Montag die Ankündigung einer neuen Strategie, die stärker ausländische Staatsbürger als Deutsche im Ausland erreichen will - verbunden mit einem stärkeren Programmangebot in englischer Sprache. In Zeiten des Internet würden deutsche Bürger im Ausland einfach auf ihre gewohnten deutschen Medien zugreifen. Deshalb sollen stattdessen Informationen aus deutschem Blickwinkel in die Welt transportiert werden - und die Deutsche Welle damit stärker in den Wettbewerb zu internationalen Nachrichtensendern wie Al Jazeera, Russia Today oder France 24 treten. Zu Gast in der Talkshow „Studio D“ wünscht sich Intendant Peter Limbourg dafür mehr Rückendeckung der Politik sowie mehr Geld.

„Wir sind nicht lar­mo­yant und heulen den ganzen Tag. Wir wissen, dass wir einen guten Job machen und dass wir vor allen Dingen eine wichtige Aufgabe haben. Ich glaube, es gibt eine grundsätzliche Sympathie der Politik gegenüber der Deutschen Welle - parteiübergreifend - dafür bin ich sehr dankbar“, erklärt Limbourg im Gespräch mit den DWDL.de-Redakteuren Alexander Krei und Thomas Lückerath. „Woran es fehlt ist ein Verständnis dafür, wie wichtig Auslandsfernsehen für Deutschland ist. Für ein Land, das extrem globalisiert ist. Für ein Land, dass Werte vermittelnde Außenpolitik macht; für ein Land das in Europa so fest verankert ist; dass den Euro momentan stabilisieren muss. Deswegen würden die Politiker sich selber einen Gefallen tun, wenn sie das stärker als nationale Aufgabe betrachten, so wie das eben andere Länder auch tun.“


Was er genau damit meint? Limbourg: „Konkret bedeutet das in Teilen auch eine stärkere Finanzierung von konkreten Vorhaben.“ Wichtig ist ihm: „Es geht hier nicht um Riesensummen. Die Deutsche Welle ist in den letzten 15 Jahren radikal runtergespart worden. Wir haben inflationsbereinigt 40 Prozent verloren. Wir wären, wenn wir normal gewachsen wären seit 1998, bei einem Etat von über 400 Millionen. Jetzt sind wir bei 270 Millionen. Da ist eine ziemliche Lücke. Ich erwarte ja nicht, dass die geschlossen wird, aber ich erwarte, dass wir unterstützt werden bei wichtigen Projekten.“ Im Gegenzug reformiere er derzeit im Eiltempo das deutsche Auslandsfernsehen. „Wir machen ja auch unsere Hausaufgaben. Wir gucken, dass wir effizienter sind. Wie gesagt: Ich habe eine Programmdirektion zusammengelegt. Wir gucken, dass wir auch in den Produktionsabläufen noch effizienter werden. Alles das, was nötig ist. Wir konzentrieren uns aufs Wesentliche, aber ich brauche auch die Unterstützung der Politik.“ Deutsches Auslandsfernsehen müsse als wichtiger Teil deutscher Außenpolitik begriffen werden.

Die neueste Ausgabe der Talkshow „Studio D“ mit Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, sehen Sie ab Samstagmorgen online beim Medienmagazin DWDL.de. Alle bisherigen 37 Ausgaben der DWDL.de-Talkshow u.a. mit Oliver Welke, Ute Biernat, Micky Beisenherz, Volker Weicker oder Jan Böhmermann finden Sie unter http://www.dwdl.de/studiod/

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