Geiselnahme bei der Tagesschau © Screenshot ARD
"Einmaliger Ausnahmefall"

"Tagesschau": Dicke Luft nach "Tatort"-Geiselnahme

von Alexander Krei
08.01.2016 - 16:39 Uhr

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NDR-Programmdirektor Frank Beckmann hat sich vor wenigen Tagen vor der Redaktion von ARD-aktuell für die fiktive "Tagesschau"-Geiselnahme im "Tatort" rechtfertigen müssen. Die Redakteure sehen die Glaubwürdigkeit gefährdet.

Dicke Luft beim NDR: Die "Tatort"-Folge "Fegefeuer" mit Til Schweiger, die am vergangenen Wochenende im Ersten zu sehen war, hat in der Redaktion von ARD-aktuell offenbar für einigen Unmut gesorgt. Dabei geht es um die fiktive Geiselnahme in der "Tagesschau", die Teil der Folge war. Zunächst hatten die Macher des Films geplant, die Geiselnahme im Anschluss an die von Judith Rakers gesprochene "Tagesschau" ohne den traditionellen Vorspann der Krimireihe zu zeigen.

Zwar entschied man sich nicht zuletzt mit Blick auf die Terroranschläge von Paris dann doch dagegen, doch viele Mitarbeiter störten sich offenbar daran, nicht frühzeitig über die Pläne informiert worden zu sein. Kai-Hinrich Renner schreibt in seiner "Handelsblatt"-Kolumne, dass Chefredakteur Kai Gniffke offenbar als einziger Mitarbeiter von ARD-aktuell in einem frühen Stadium von dem Vorhaben wusste, gleichzeitig aber um Stillschweigen gebeten wurde, um zu verhindern, dass die Handlung der "Tatort"-Folge vor ihrer Ausstrahlung öffentlich wird. Im Vorfeld hatte der NDR bereits darauf verzichtet, DVDs an die Presse zu versenden.

"Die Redaktion wurde in den Tagen vor der Ausstrahlung des 'Tatorts' über die Tatsache informiert, dass hierin ein Überfall auf die 'Tagesschau' mit Judith Rakers dargestellt wird", sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de und bestätigte ein Gespräch der Redaktion mit NDR-Programmdirektor Frank Beckmann. "Ziel des Gesprächs war ein Dialog über den Tatort 'Fegefeuer' und die Rolle der 'Tagesschau' darin. Herr Beckmann hat dabei klargestellt, dass dieses fiktionale Projekt von vornherein als einmaliger Ausnahmefall geplant war", so Gartzke weiter.

Unklar ist, ob sich die "Tagesschau"-Redakteure dadurch wirklich beruhigen ließen. Laut "Handelsblatt"-Bericht kritisierten sie, die "Tagesschau" sei ohne Not beschädigt worden.

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