Karola Wille © MDR/Marco Prosch
Nicht das beste Format...

Wille stellt "Elefantenrunden" generell in Frage

von Uwe Mantel
04.02.2016 - 11:06 Uhr

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Nachdem es angesichts der Animositäten der Parteien gerade große Diskussionen um die Elefantenrunden beim SWR gab, stellt ARD-Intendantin Karola Wille das Format generell in Frage. Zudem betont sie: Olympia gibt's nicht um jeden Preis im Ersten.

Auch wenn in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg nach viel Hin und Her nun doch Diskussionsrunden mit den Vertretern aller Parteien mit einer Chance auf den Einzug in die neuen Landtage zustande gekommen sind, steht auch der SWR beschädigt da. Womöglich erledigt sich eine solche Diskussion in Zukunft ja auch einfach, weil es gar keine "Elefantenrunden" mehr gibt. Zumindest hält die ARD-Vorsitzende Karola Wille von dem Format ohnehin offenbar nicht allzu viel, wie sie gegenüber dem "Handelsblatt" sagte.

"Wir sollten uns nicht allein auf die Gesprächssendungen fokussieren. Entscheidend ist, dass die Wahlberichterstattung Chancengleichheit gewährleistet und staatsfern ist. Darunter ist vieles möglich. (...) Die Frage ist doch, welches Format journalistisch das beste ist. In einer Gesprächssendung mit sechs Teilnehmern lassen sich die Positionen der jeweiligen Parteien in der Kürze der Zeit nur schwer herausarbeiten." Man müsse vor jeder Wahl eine Diskussion über die besten journalistischen Formate im Vorfeld führen - und dabei könne auch heraus kommen, dass die klassischen Elefantenrunde nicht dazu gehöre.

Geäußert hat sich Wille auch zum Thema Sportrechte. Nachdem Discovery europaweit die Olympia-Rechte erworben hat, ist noch nicht klar, ob die Olympischen Spiele ab 2018 übertragen wird. Gespräche mit Discovery laufen - und als gute Verhandlerin tut Wille natürlich gut daran, sich nicht als Käufer darzustellen, der jeden Preis zu zahlen bereit ist. "Wir wollen Rechte nicht um jeden Preis - weder für die Bundesliga noch für die Olympischen Spiele." Sie gibt aber auch zu Protokoll, dass die Olympischen Spiele ein völkerverbindendes Ereignis seien und sie viele attraktive Sportarten aus dem Breitensport umfasse. - und damit zur ARD passe. "Aber wenn der Preis nicht stimmt, dann müssen sie nicht unbedingt in der ARD stattfinden", so Wille. Auch bei der Fußball-Bundesliga gebe es finanzielle Grenzen. "Wir kaufen kein Sportrecht um jeden Preis. Und um diese Frage vorwegzunehmen: Eine halbierte 'Sportschau' ist für uns keine Option." Hintergrund: Die DFL will offenbar auch eine Variante ausschreiben, in der der Free-TV-Berichterstattung deutlich weniger Sendezeit eingeräumt wird.

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